Grüne Woche

Eventhoch und viel Fachlichkeit

Berlins traditionsreiche Messe hat zu ihrer 67. Ausgabe mit einem wesentlich modernisierten Konzept ganz neue Akzente gesetzt. Zwar kamen mit rund 450.000 Besuchern etwa 30.000 weniger als im Vorjahr. Die Stimmung der Aussteller, mit mehr als 1.600 wurde eine der höchsten Beteiligungen überhaupt erreicht, konnte das jedoch kaum trüben. Das lag einerseits an dem auf 25 Prozent gestiegenen Fachbesucheranteil, darunter zunehmend Entscheidungsträger aus dem Gastgewerbe, Caterer und andere Großverpfleger. Andererseits spricht der Ausgabenzuwachs um 14 auf durchschnittlich 164 Euro pro Besucher (25 Euro für den direkten F&B-Verzehr, 139 Euro für Kauf und Bestellung von Waren) durchaus dafür, dass der Welt größte Leistungsschau der nationalen sowie internationalen Land- und Ernährungswirtschaft ihre Stellung als Testmarkt für innovative regionale wie auch für ungewöhnliche Nahrungs- und Genussmittel aus fremden Ländern weiter ausbauen konnte. Gleichberechtigt neben die Anregungen für mehr Genuss rückten in den Mittelpunkt des Dialogs Produzent-Konsument dem Zeitgeist entsprechend Themen zum Verbraucherschutz, zu Bio und Öko. Mit Information und Aufklärung zu Problembereichen wie Lebensmittelsicherheit und -qualität (nach dem Talking Food Motto `Wissen, was auf den Tisch kommt`) sowie Ernährung und Gesundheit. Dies alles interessanter denn je verpackt in neuen oder stark modernisierten Themenbereichen (Sonderschau ökologischer Landbau, ErlebnisBauernhof, BioMarkt). Unübersehbar der Trend zum Event, zu Action und Infotainment (Talking Food Event-Jugendhalle). Zusammen mit diversen Schau- und Aktionsküchen alles probate Mittel der direkten Ansprache der Verbraucher und speziell der jungen Leute. Aus den Hallen unter dem Funkturm kamen aber auch noch andere Signale, die für alle Außer-Haus-Markt-Entscheider von Bedeutung sind. Mehr Durchblick im Labyrinth der Siegel, Zeichen und Symbole verheißt die hier gestartete 7,5 Millionen Euro teure Kampagne `Bio-Produkte haben's drauf`. Mit der das Bio-Siegel bekannter gemacht werden soll. Bisher tragen erst 1.300 Produkte dieses Prüfsiegel. Bei einer 2001 um 30 Prozent gestiegenen Nachfrage nach Öko-Produkten wurde als Ziel genannt, den Anteil der biologischen Landwirtschaft von derzeit rund drei auf 20 Prozent im Jahr 2010 zu steigern. Entscheiden wird darüber schließlich der Verbraucher, der dafür auf jeden Fall höhere Preise bezahlen muss. Nicht nur im Rahmen der Gemeinschaftsschau der Bundesländer eine bedeutende Rolle spielte das neue Gütesiegel für Qualität und Sicherheit `QS`. Das zunächst für Fleisch und Fleischwaren umgesetzt wird, aber auch offen für andere Nahrungsmittelgruppen ist. Experten versprechen sich davon einen Gewinn an stufenübergreifender Qualitätssicherung und eine zusätzliche Orientierungshilfe für den Käufer. Die nächste Grüne Woche findet vom 17. bis 26. Januar 2003 statt.

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