Kaffeeröster

Geldbußen wegen Preisabsprachen verhängt

Das Bundeskartellamt hat gegen acht Kaffeeröster und den Deutschen Kaffeeverband (DKV), Hamburg, sowie zehn verantwortliche Mitarbeiter Geldbußen in Höhe von insgesamt ca. 30 Mio. EUR wegen Preisabsprachen im Außer-Haus-Bereich verhängt.
Nach einer Mitteilung der Behörde sind folgende Namen involviert: J.J. Darboven, Kraft Foods Außer Haus Service, Luigi Lavazza Deutschland, Melitta SystemService, Seeberger, Segafredo Zanetti Deutschland, Tchibo und Gebr. Westhoff.

Eingeleitet wurde das Verfahren dem Kartellamt zufolge durch einen Bonusantrag der Alois Dallmayr Kaffee oHG, München, gegen die deshalb keine Geldbuße verhängt wurde. Melitta und Darboven wurde für ihre Kooperation bei der Aufklärung der Vorwürfe im Laufe des Verfahrens eine Reduktion ihrer Geldbußen gewährt.

Nach den Erkenntnissen des Bundeskartellamtes hat seit mindestens 1997 bis Mitte 2008 ein Arbeitskreis beim DKV, bestehend aus den Geschäftsführern und Vertriebsleitern der Kaffeeröster, existiert, in dem Preiserhöhungen und z.T. Preissenkungen für Röstkaffee im Außer-Haus-Bereich koordiniert wurden, darunter die Preiserhöhungen von Anfang 2005 und Anfang 2008. Mit dem DKV war auch ein Verband unmittelbar beteiligt, indem er die Preiserhöhung von Anfang 2005 durch eine eigene Pressemitteilung begleitet und unterstützt hatte. Der DKV habe den Verstoß in einer eigenen Pressemitteilung eingeräumt und bedauert.

Die Geldbußen seien noch nicht rechtskräftig. Allerdings hätten sechs der acht Unternehmen sowie deren Mitarbeiter sich zu einer einvernehmlichen Verfahrensbeendigung bereit erklärt.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte das Bundeskartellamt gegen die drei Röster Tchibo, Melitta und Dallmayr wegen wettbewerbswidriger Preisabsprachen im Einzelhandel Geldbußen von insgesamt 159,5 Mio. EUR verhängt.

Neben den zwei nun abgeschlossenen Verfahren läuft noch ein weiteres wegen des Verdachts von Preisabsprachen bei Cappuccino.

www.bundeskartellamt.de


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