Studie

Getränkewirtschaft im Umbruch

Heftige Verwerfungen in der deutschen Getränkewirtschaft: Übernahmen und Konsolidierung wirbeln die Struktur des Marktes durcheinander. Mit den aktuellen und anstehenden Veränderungen in der Branche beschäftigt sich eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens IBB, Wien/München. Ein Fokus der Untersuchung liegt auf der Zukunft des mittelständisch geprägten Getränkefachgroßhandels, der nach Überzeugung von IBB unter gravierendem Veränderungsdruck steht. Hauptgrund: die wachsende Konzentration in beiden Richtungen der Vertikale – auf Herstellerseite durch die große Zahl an Akquisitionen und das Ausscheiden vieler kleiner Brauereien mit weiteren wahrscheinlichen Übernahmen regionaler Platzhirsche durch die großen Brauereigruppen, auf Abnehmerseite durch analoge Tendenzen bei der wichtigsten Kundengruppe der Branche, der Gastronomie. Während die großen Getränkekonzerne die Zusammenarbeit mit einigen wenigen leistungsstarken Getränkefachgroßhändlern präferieren, ist deren Spielraum für organisches Wachstum im Geschäftsfeld Gastronomiebelieferung begrenzt. Gleichzeitig werden die Mittel zur Neuakquisition via Finanzierung von Gastronomieobjekten bei mittelständischen Fachgroßhändlern wie Brauereien zunehmend knapp. Marktanteilsverluste mit allen negativen Folgen für die Wirtschaftlichkeit sind laut IBB deshalb vorhersehbar. Doch nur durch eine entsprechende Unternehmensgröße wird der Fachgroßhandel sich künftig als Partner der Industrie behaupten können, so die Prognose. Zusammenschlüsse also die logische Konsequenz – obgleich regional tätige Brauereien wie Fachgroßhändler nach Meinung des IBB im regional geprägten deutschen Biermarkt mittelfristig noch immer profitabel arbeiten können: „Der erfolgreiche Regionalist ist der, dem es gelingt, seine Geschäftsaktivitäten stark zu fokussieren. Daneben gilt es, sich stärker zu organisieren und in Einkaufsverbünden Marktmacht auszuüben.“ www.ibb-consulting.com


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