Zukunftstechnologie Internet

Handel in den Startlöchern

Am Internet kommt auch in der GV-Branche (bald) niemand mehr vorbei. So sehen es zumindest die, die bereits "drin" sind. Neben einigen unternehmensübergreifenden Online-Plattformen, die sich allen (zahlenden) Firmen öffnen, gibt es mittlerweile auch die ersten Internet-Shops des Fachgroßhandels, Erst im September dieses Jahres ist der Rewe-Großverbraucher ins Web gestartet. Etwas früher am Start war Stöver Frischdienst, der seinen Online-Shop auf der letztjährigen Internorga präsentiert hat. Stöver verspricht seinen Kunden vorbildliche Funktionalität in punkto Tempo, Flexibilität, Sicherheit und Bedienerfreundlichkeit. "Log-in, Bestellvorgang und die anschließende automatische Auftragsbestätigung per E-Mail oder Fax sind in Minutenschnelle rund um die Uhr abgewickelt." Darüber hinaus können die Kunden ihre Umsatz- und Absatzdaten des Vorjahres und des aktuellen Jahres am Bildschirm abrufen, auch wenn die Bestellungen offline aufgegeben worden sind. Zudem ist eine Artikel spezifische Auswertung der Daten möglich. Aber auch kundenindividuelle Rabatte bzw. Rahmenverträge sind bereits in das elektronische Bestellsystem eingearbeitet worden. Rund 1.100 Kunden (von insgesamt 30.000) bestellen bereits über den Internet-Shop aus einer Auswahl von 7.500 Artikeln (offline: 5.000 Artikel). Zusätzlich bietet der Online-Shop weitere Informationen. Kurzfristig will Stöver 15 bis 20 Prozent des Umsatzes via Internet abwickeln, bei einem Gesamtumsatz von 460,0 Mio. DM. Die Shoplösung lässt sich in bestehende Warenwirtschaftssysteme eingliedern. Entwickelt wurde sie von der Stöver-Tochter SIS Market IT-Solutions GmbH & Co. KG. Auch Thomas Büscher von der Pro Frisch-Kooperation ist sicher: "Ohne das Internet wird in Zukunft - fast - nichts mehr laufen. Doch bis sich diese Erkenntnis, speziell in kleineren Betrieben, durchgesetzt hat, ist es häufig schon fünf vor zwölf." Büscher fordert deshalb eine einheitliche Branchenplattform, damit Standards entstehen, die von allen genutzt werden können. "Bestehende Plattformen der Industrie schotten sich gegen die Mitbewerber ab, da sie den Verlust von angeblichen Wettbewerbsvorteilen befürchten. Parallel aufgebaute Systeme von EDV-Dienstleistern führen nur dazu, dass Kraft und finanzielle Mittel statt miteinander gegeneinander eingesetzt werden. Kunden, Handel, Industrie und Verbände gehören an einen Tisch, um gemeinsam eine einheitliche Lösung zu erarbeiten." "Will man als Vollsortimenter professionell Logistik betreiben, gehört die schnelle Kommunikation und Information dazu", unterstreicht Franz Sindelar, Bereichsleiter bei Stroetmann GroGast. "Als einer der ersten im www beschäftigen wir uns heute optional mit allen Systemen, die den Datentausch und Informationsfluss mit unseren Partnern ermöglichen. Als offene Plattform nutzen wir das Internet und ermöglichen unseren Kunden über unseren Partner GV-Net die elektronische Beschaffung. Gleichzeitig arbeiten wir mit Kunden auf der Ebene Host-to-Host. Mit der Thyssen-Gastronomie Service GmbH läuft zur Zeit ein Test, in dem das dort vorhandene Warenwirtschafts-System die Bestellung via Internet an unser Haus weiterleitet." Und auch Geschäftsführer Hans-Gerd Janssen, Jomo, sieht das Internet als Chance und Herausforderung. "Richtig verstanden, werden die neuen Technologien die Zusammenarbeit zwischen Verwender einerseits und den Systempartner auf der anderen Seite deutlich verändern und zu weiteren Optimierungen in der Prozess- und Kostenkette auf beiden Seiten beitragen. Der Informationsaustausch wird ebenfalls optimiert. In der Regel erfolgt nämlich heute zwischen Handel und Verwender ein globaler Informationsaustausch mit hohem Streuverlust. Die neuen Technologien ermöglichen eine bedarfsorientierte und zielgerichtete Betreuung mit hohem Nutzen für den Kunden. Kurz gesagt: Er erhält nur die Informationen, die ihn auch wirklich interessieren."Festgehalten werden sollte in diesem Zusammenhang auf jeden Fall, so Hans-Gerd Janssen, dass die neuen Technologien bewährte Systeme sicherlich kurz- und mittelfristig nicht ersetzen, sondern eher ergänzen werden.




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