Metro C&C

Pilot für neues Markt-Konzept in Siegen eröffnet

Der neue Pilot-Markt von Metro Cash & Carry ist am Netz. Seit wenigen Tagen wird in Siegen demonstriert, wie die Neujustierung der Vertriebslinie sich konzeptionell niederschlägt: Mit gestrafften, modifizierten Sortimenten, neuen Prozessabläufen, Serviceangeboten und Preisstrategien sollen Profi-Kunden aus Gastronomie und Hotellerie, aber auch selbstständige Gewerbetreibende zielgenauer als bisher angesprochen werden.



Dem neuen Marktmodell räumt das Metro-Management höchste strategische Relevanz ein. „Siegen ist uns sehr wichtig“, betont Metro-Vorstand Frans Muller, zuständig für das weltweite C&C-Geschäft. Es geht um ein wichtiges Kernstück im Prozess der Neuausrichtung, mit der die Vertriebslinie C&C bislang Versäumtes rasch aufarbeiten und der zuletzt arg schwächelnden Geschäftsentwicklung wieder Schwung verleihen soll. Kundenorientiert und kompetent will man als ‚Partner für Profis’ antreten.



Die Offensive fällt in eine Zeit, in der auch Muller von einem nicht weiter wachsenden Gesamtmarkt ausgeht: „Der Kuchen wird nicht größer, aber unser Stück vom Kuchen muss größer werden.“ Vor allem müsse dafür gesorgt werden, dass die Kunden einen größeren Teil ihrer Waren bei Metro einkaufen. Dafür habe man eineinhalb Jahre intensiv nachgeforscht, um die Kunden besser zu verstehen und daraufhin das Sortiment angepasst. Als Kernzielgruppe im Blick hat Metro C&C einerseits HoReCa-Kunden – Hoteliers, Restaurantbesitzer und Caterer – und andererseits kleinere Lebensmittelhändler wie Kiosk- und Minishopbetreiber. Auch das Angebot für Kleingewerbetreibende wie Ärzte, Handwerker oder Freiberufler wurde stärker auf den Bedarf der jeweiligen Berufsgruppe zugeschnitten.



Angebot und Abläufe wurden im Siegener Markt massiv umgestaltet. So ist das Sortiment von einst 50.000 auf nun 25.000 Artikel praktisch halbiert worden, davon 14.000 Food- und 11.000 Nonfood-Artikel. „Für den Kunden zählt nicht die Zahl der Artikel. Es müssen einfach die richtigen sein“, so Muller. Stark reduziert wurden die Bereiche Textil, Sport und Heimwerkerbedarf, ausgebaut dagegen das Sortiment im Frischebereich. Zudem werden weniger Kleingebinde angeboten. Mehr als früher wird die Ware auf Paletten platziert.



Stärker als bislang wird – vor allem im Foodsegment - mit Eigenmarken gearbeitet. Ihr Umsatzanteil soll mittelfristig von derzeit 10 auf über 20 % steigen.



Die generelle Leitlinie heißt: mehr Einkaufskomfort. Ein intensiviertes Beratungsangebot und neue Dienstleistungen sollen den Einkauf leichter machen. So wird auf Wunsch Ware gegen Gebühr vorkommissioniert. Darüber hinaus steht der inzwischen bundesweit eingeführte Belieferungsservice zur Verfügung.



Eine Besonderheit ist die Kundenlounge: Dort können sich Kunden über verschiedene Gastro-Lösungen informieren und diese gleich vor Ort ausprobieren. Ausgestellt sind beispielsweise eine betriebsbereite Imbissküchenzeile und eine Cafébar.



Begleitet wird die Offensive von einer neuen Preispolitik. Statt wechselnder Aktionsangebote setzt der Großmarkt Siegen auf dauerhaft günstige Preise – sie sollen ein Markenzeichen von Metro C+C werden. Das gilt vor allem für sogenannte „Kernbedarfsartikel“.



Auf den Siegener Pilot sollen noch im 1. Hj. 2009 zwei weitere Testmärkte folgen – von insgesamt 61 deutschen Märkten -, und zwar in Neu-Ulm und Augsburg. Die Investitionskosten dafür werden mit rd. 10 Mio. EUR beziffert.



www.metro-cc.de







Redaktion food-service



Metro Cash & Carry, Vertriebslinie, Testmarkt, Profi-Kunden, HoReCa, Frans Muller, Großmarkt, Preispolitik

stats