Getränkefachhandel

Rekordbeteiligung bei Aktion ‚Mehrweg ist Klimaschutz’

Die Allianz aus mehrweg-orientierter Getränkewirtschaft und Deutscher Umwelthilfe e. V. (DUH) zieht nach dem ersten Jahr ihrer Aktion ‚Mehrweg ist Klimaschutz’ eine positive Bilanz. Rund 3.500 Getränkefachhändler in ganz Deutschland haben aktiv zum Erfolg der bisher größten Kampagne im Getränkehandel beigetragen. „Die Kampagne ‚Mehrweg ist Klimaschutz’ hilft dem Verbraucher seit April 2007 dabei, ökologisch verantwortungsbewusste Kaufentscheidungen zu treffen“, so DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Aktuelle Zahlen des Deutschen Verpackungsinstituts in Berlin belegen laut Resch die Klimaschutzrelevanz der Mehrwegsysteme. Wenn alle alkoholfreien Getränke in Mehrwegverpackungen abgefüllt würden, könnten im Vergleich zur Abfüllung in Einwegverpackungen jährlich 1,1 Mio. t CO2 eingespart werden. Das entspricht dem jährlichen CO2-Gesamtausstoß von rund 500.000 Mittelklassewagen (bei 15.000 km Fahrleistung/Jahr). Das Programm zur energetischen Gebäudesanierung, das die Bundesregierung bis 2009 mit insgesamt 5,6 Mrd. € fördert, erbrachte 2006 eine CO2-Einsparung von 0,9 Mio. t. Mit einem konsequenten Ausbau des Getränke-Mehrwegsystems könnten spürbare CO2-Reduktionen vergleichsweise einfach und kostengünstig erzielt werden, erklärt Resch. Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Roland Berger wird der Pro-Kopf-Verbrauch alkoholhaltiger Getränke bis 2015 um ca. 30 % sinken, während er für alkoholfreie Getränke im selben Umfang steigen wird. Außerdem wird prognostiziert, dass der Marktanteil der Discounter für nicht-alkoholische Getränke, wie Saft und Mineralwasser, bis 2015 auf über 60 % steigt. Die meisten Discounter verkaufen Getränke praktisch ausschließlich in Einwegflaschen, während der Anteil an Mehrwegflaschen in den Getränkefachmärkten derzeit bei rund 80 % liegt. „Wenn der Gesetzgeber nicht unverzüglich weitere Maßnahmen zur Förderung von Mehrwegsystemen unternimmt, könnte der Anteil umwelt- und klimaschädlicher PET-Einwegflaschen auf über 80 % steigen“, warnt Sepp Gail, Vorsitzender des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels. Zur Kampagne ‚Mehrweg ist Klimaschutz’ 2008 sagt Günther Guder, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. (GFGH): „Wir sind optimistisch, selbst das hochgesteckte Ziel von 5.000 teilnehmenden Händlern zu erreichen, wenn nicht sogar zu übertreffen.“ Auch der Lebensmitteleinzelhandel überlege mittlerweile, ob er sich an der Kampagne beteiligen soll. Viele Verbraucher möchten ihre Getränke bevorzugt in Mehrwegflaschen kaufen. Nicht selten empfanden sie es aber in der Vergangenheit als schwierig, den Unterschied zwischen bepfandeten Mehr- und Einwegflaschen zu erkennen. Der Arbeitskreis Mehrweg hat daher ein Mehrwegzeichen entwickelt, das garantiert, dass die Flasche zum umweltfreundlichen Mehrwegsystem gehört und mit über 120 teilnehmenden Mineralbrunnenbetrieben, Brauereien und Fruchtsaftherstellern inzwischen eine beachtliche Verbreitung gefunden hat. Vertreten sind in dem Bündnis ‚Mehrweg ist Klimaschutz’ neben der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) die Verbände des Deutschen Getränkefachgroßhandels, des Deutschen Getränke-Einzelhandels und der mittelständischen Privatbrauereien sowie die Stiftung Initiative Mehrweg und der Arbeitskreis Mehrweg. www.duh.de



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