Radeberger

Umzug von Frankfurt nach Bad Vilbel abgesagt

Die Radeberger Gruppe hat bekanntgege­ben, dass sie das angekündigte Neubauprojekt in Bad Vilbel, in dessen Rahmen eine neue Brauerei sowie eine Abfüll- und Logistikplattform ent­stehen sollten, nicht umsetzen wird. In das Planungsvorhaben war bereits erheblich investiert worden.

Das Großinvestment, das einen dreistelligen Millionenbetrag repräsentiert, ist laut dem Spre­cher der Geschäftsführung der Radeberger Gruppe, Dr. Albert Christmann, angesichts der durch die aktuelle und sich weiter verschärfende Wirt­schaftskrise deutlich verän­derten Rahmenbedingungen im deutschen Biermarkt unternehme­risch nicht mehr verantwortbar.

Christmann verwies zur Begründung auf die Entwicklung im deutschen Biermarkt, der nicht nur eine anhaltende, sondern sich gerade in den jüngsten Monaten verschärfende rückläufige Entwicklung zeige. Im Biermarkt wachse die Nervosität, die sich in einem deutlichen Preis- und damit Werteverfall durch hohe Aktionsraten manifestiere. Nicht zuletzt stünden nach Prognosen von Marktspezialisten auch im Außer-Haus-Markt weitere Absatzrückgänge zu befürchten. „Die sich klar abzeichnende Gastronomie-Krise hat für Braue­reien nicht nur einen absatzbedingten Ergebnisausfall zur Folge, sondern führt in einem zweiten Schritt auch zu erhöhten Ausfällen bei den von den Brauereien an Gastronomen ausgegebenen Darle­hen."

Der Chef der Braue­reigruppe mit 4.800 Mitarbeitern prognostiziert für den deutschen Biermarkt 2009 einen deutlichen Absatz­rückgang: „Ich denke, dass ein Rückgang von deutlich mehr als 3 % nicht auszuschließen ist - denn die wirk­lich harten Monate des Jahres sind noch gar nicht von der offiziellen Sta­tistik abgebildet worden."

Die Radeberger-Gruppe wird  den Standort Frankfurt-Sachsenhausen entgegen früherer Entscheidungen fortführen. „Wir fahren also bei den Investitionen auf Sicht, weil der Krisen-Nebel um uns herum keinen Blindflug in eine schwer einschätzbare Zukunft des Verbraucherverhaltens gestattet."

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