Rainforest Alliance Certified

mit neuen Richtlinien noch strikter

Damit das Siegel Rainforest Alliance Certified auf Lebensmittelverpackungen erscheinen kann, müssen sowohl Farmer als auch produzierende Unternehmen ihren Teil dazu beitragen. Während der SAN-Standard für nachhaltige Landwirtschaft die Vorgaben für die Farmer genau definiert, bestimmen u. a. die ’Richtlinien zur Nutzung des Siegels’, welche Vorgaben Unternehmen erfüllen müssen. Dieses Regelwerk wurde überarbeitet und liegt ab sofort in einer neuen Fassung vor.

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die sogenannte verpflichtende Scale-Up-Regel: Demnach müssen Unternehmen künftig verpflichtend innerhalb von maximal fünf Jahren die betreffenden Rohstoffe zu 100 % von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen beziehen. Das trifft vor allem Betriebe, die bislang nur anteilig Rohstoffe von Rainforest Alliance Certified-Farmen in ihren Produkten verwendeten – mindestens 30 %, wenn sie das Siegel nutzen wollten.

Ein Beispiel: Verkauft ein Unternehmen einen Filterkaffee oder Espresso, in dem bislang mindestens 30 % Kaffee von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen enthalten war, so muss in diesem Produkt gemäß neuer Richtlinien im Folgejahr ein Rainforest Alliance Certified-Anteil von mindestens 45 %, danach von mindestens 60 % und so fortgesetzt enthalten sein, bis zuletzt der gesamte Rohstoff aus nachhaltig wirtschaftenden Quellen stammt.

„Selbstverständlich können Unternehmen auch schneller handeln und in weniger als fünf Jahren 100 % der produktbestimmenden Rohstoffe wie Kaffee, Kakao, Tee und Tropenfrüchte sowie tropische Nüsse von SAN-Standard erfüllenden Farmen beziehen“, betont Marcel Clement, Senior Manager Europe Sustainable Value Chains bei der Rainforest Alliance.

In Ausnahmefällen ist vorstellbar, dass die 5-Jahre-Regel nicht erfüllbar ist – schon weil Erzeugerländer von Extremereignissen wie politischer Instabilität oder von höherer Gewalt wie Naturkatastrophen mit langfristiger Nachwirkung (z. B. Erdbeben, Vulkanausbrüche) betroffen sind. Für diese Ausnahmefälle müssen die Unternehmen vertragliche Sondervereinbarungen in Form von sogenannten ’SmartSource’-Plänen abschließen.

Unternehmen steht es prinzipiell offen, wie viel Anteil an Rohstoffen sie von nachhaltig erzeugenden Farmen beziehen. Wenn sie allerdings das grüne Frosch-Siegel auf Verpackungen und in der Kommunikation verwenden wollen, mussten schon in der Vergangenheit mindestens 30 % des betreffenden Rohstoffs von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen stammen.

Das Siegel war im Sinne maximaler Transparenz in dem Fall von einer Zusatzinformation wie ’enthält mindestens 30 Prozent zertifizierten Kaffee’ begleitet. Gedacht war diese Option immer als Einstieg in eine nachhaltige Entwicklung. Vor allem weil zum Zeitpunkt der Einführung dieser Regel häufig nicht genügend Rohstoffe aus nachhaltiger Erzeugung gemäß SAN-Standard verfügbar waren. Das galt insbesondere für Produkte, für deren Herstellung große Mengen an Rohstoffen benötigt werden.

www.rainforest-alliance.org/de
www.thefrogblog.de

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