Gerichtsurteil

Bier darf nicht als 'bekömmlich' beworben werden

Der 8. Zivilsenat des Landgerichtes Ravensburg hat heute in der Angelegenheit Verband Sozialer Wettbewerb gegen die Brauerei Härle entschieden, dass Bier nicht als 'bekömmlich' beworben werden darf. Auf ihrer Internetseite hatte die Brauerei ihre Produkte zunächst so beworben, bis der Berliner Verband Sozialer Wettbewerbe (VSW) eine einstweilige Verfügung gegen die Brauerei erwirkt und die Werbung mit dem Begriff untersagt hatte.
Fast drei Jahre ist es her, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Angabe 'bekömmlich' in Bezug auf einen Wein für unzulässig hielt, weil diese gesundheitsbezogen und für alkoholhaltige Getränke verboten sei. Ebenso stellte er klar, dass sowohl die vorübergehenden und flüchtigen Auswirkungen des Genusses als auch die Auswirkungen des wiederholten und längerfristigen Verzehrs zu berücksichtigen seien. In die gleiche Richtung entschied heute das Landgericht Ravensburg.

Die Brauerei Härle hatte schon seit den 1930er Jahren ihr Bier mit dem Begriff 'bekömmlich' beworben. „Das ist eine traditionsreiche Charakterisierung von Bier, die viele Verbände verwenden. Wenn man das Getränk in Deutschland – im Land des Bieres – nicht mehr als bekömmlich bezeichnen darf, dann stimmt doch was nicht“, findet Geschäftsführer Gottfried Härle. 

Das Gericht sah das anders: 'Bekömmlich' suggierere einen gesundheitlichen Nutzen und verschweige die Gefahren von Alkohol.

Die Brauerei Härle ist nicht die einzige, die ihre Biere als 'bekömmlich' bewirbt. Der Verband der Privaten Brauereien in Deutschland hatte das Urteil deshalb mit Spannung erwartet. 

www.haerle.de



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