Deutsche Geflügelwirtschaft

Kennzeichnung bis zum Teller gefordert

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG) warnt die Politik vor negativen Auswirkungen billiger Fleischimporte auf die Qualität in der Außer-Haus-Verpflegung.  Bei einem Hintergrundgespräch mit führenden Bundesagrarpolitikern wiesen Spitzen-vertreter des Verbandes auf die niedrigen Standards bei Tierhaltung und Verbraucherschutz in vielen Ländern hin.

„Wir brauchen eine Kennzeichnungspflicht bis zum Teller“, fordern Rainer Wendt und Thomas Storck, Vizepräsidenten des ZDG. Anders als für unbehandeltes Geflügelfleisch im Handel gibt es für das in Restaurants, Kantinen oder Mensen servierte Fleisch bis dato keinerlei Kennzeichnungspflicht über die Herkunft.

Das Großverbrauchersegment hat eine erhebliche Marktrelevanz: Bei Hähnchenfleisch macht dieser Bereich etwa 60 bis 65 Prozent des Marktes aus, bei Putenfleisch sogar bis zu 75 Prozent. Der ZDG fürchtet erhebliche Kostenvorteile für Produzenten aus Ländern mit deutlich niedrigeren nationalen Standards und geringeren Auflagen. So unterliege das aus dem Ausland an deutsche Großverbraucher gelieferte Geflügelfleisch weder dem QS-System noch einem Antibiotikamonitoring.

Die umfassende Herkunftskennzeichnung ist auch eine zentrale Forderung der im September veröffentlichten Geflügel-Charta 2015. Danach fordert die deutsche Geflügelwirtschaft die  Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Fleischprodukte im Handel sowie die Angebote in Restaurants, Kantinen und Mensen.

www.gefluegel-charta.de

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