Bitburger

Kündigt Fassbier-Vertriebsverträge mit GFGH

Die im Dezember in Kraft tretenden neuen Kennzeichnungsregelungen im Rahmen der LMIV betreffen auch Gastro-Bierfässer. Die 30- und 50-l-Großgebinde unterliegen dann der MHD-Pflicht, während bislang das Abfülldatum ausreichend war. Die Bitburger Gruppe sieht angesichts der neuen Regelung keine Möglichkeit mehr, das selektive Vertriebssystem mit dem Getränkefachgroßhandel aufrechtzuerhalten.
Die bestehenden Vertriebsverträge wurden aufgrund juristischer Bedenken fristgerecht gekündigt, wie Rainer Noll, Gastro-Chef von Deutschlands größtem Fassbiervertreiber, gegenüber der Lebensmittel Zeitung (dfv Mediengruppe) bestätigte.

Demnach diente die Angabe des Abfülldatums bisher als Anker, um einen Exklusivvertrieb mit dem GFGH zu begründen. Dieses „juristische Hilfsmittel“ falle laut Noll künftig weg. Damit seien auch entsprechende Klauseln, nicht an den Einzelhandel zu verkaufen, in Verträgen obsolet.

Wettbewerbsrechtlich ist der Ausschluss einzelner Vertriebskanäle ohnehin eine Gratwanderung. Dagegen argwöhnt laut Lebensmittel Zeitung der Bundesverband des Getränkefachgroßhandels, Bitburger würde sich damit neue und preisaggressive Absatzkanäle erschließen, womöglich gar mittelfristig den Großhandel als Absatzkanal umgehen wollen. Noll hält dagegen: „Das heißt nicht, dass wir jetzt Cash+Carry oder den LEH an unsere Rampen lassen.“

Wie die neue Fassbier-Deklaration im Detail umgesetzt werden soll, ist noch offen. So steht bisher nicht fest, ob die neuen Pflichtangaben alle auf dem Gebinde stehen müssen oder ob Alkoholgehalt oder Zutatenliste, etwa bei Biermischgetränken, auf Begleitpapieren ausreichend sind.

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