Frankfurt

Mehr als 300 Teilnehmer beim Snack Kongress

Ein dicht geschnürtes, abwechslungsreiches und spannendes Programm-Paket hatte der Veranstalter The Conference Group für seinen diesjährigen Snack Kongress zusammengestellt. 320 Teilnehmer folgten der Einladung ins Steigenberger Hotel am Frankfurter Flughafen, um sich über die neuesten Trends in Sachen Zwischenverpflegung zu informieren, Erfolgskonzepte kennen zu lernen und ihr Netzwerk zu erweitern.

Die noch junge Veranstaltung entwickelt sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Branchenprofis aus Gastronomie, Bäcker- und Metzgerhandwerk sowie dem LEH. Fazit nach zwei ereignisreichen Tagen: Das Schlagwort ‘Man isst, wo man ist‘ gilt mehr denn je und wird auch in Zukunft den Markt an der Schnittstelle von Gastronomie und Handel immer mehr beherrschen.

Den ersten Kongresstag füllten Vorträge und Fallstudien der unterschiedlichsten Player im Snack-Geschäft - moderiert von Medienberater Werner Prill: Nach einer Einführung von food-service-Chefredakteurin und Herausgeberin Gretel Weiß stellte David Baumgartner sein Fast Casual-Konzept dean&david vor. Seine Geschichte belegt: Frische, gesunde, schnell und schön präsentierte Mahlzeiten treffen den Nerv zeitknapper Großstadtmenschen – übrigens Männer ebenso wie Frauen. Anschließend veranschaulichte Geschäftsführer Peter Gabler die Entwicklung seiner Back-Factory vom SB-Backshop zur anspruchsvollen Backgastronomie mit mehr als 10 Mio. € Jahresumsatz am Top-Standort Hannover Hbf. Sein Rat an das Publikum: „Der Trend geht eindeutig in Richtung Snack. Aber wir brauchen Gesamtlösungen und klar definierte Ziele, um erfolgreich mitzuspielen.“

Den nächsten Themenschwerpunkt bildete der Blick über Deutschlands Grenzen hinaus. Insider Wolfgang Nagele nahm die Besucher mit in seine Heimat Wien – jener europäischen Stadt mit der zweitgrößten Zahl an gastronomischen Betrieben pro Einwohner, in der Trend und Tradition seit jeher eine einzigartige Symbiose eingehen. Dementsprechend vielfältig das Spektrum der sehenswerten Snack-Konzepte – für viele sicher eine Inspiration zu einer Study Tour in die Donau-Metropole. Diese lohnt sich auch an den Bosporus, wie Gastronom Erhan Baz und Soda-Partner Thomas Bettcher anschließend in ihrem Vortrag über das Snack-Profil Istanbuls eindrucksvoll bewiesen. Spannend die Frage: Welche Street Food-Renner aus der türkischen Küche werden es bis nach Deutschland schaffen? Und wäre umgekehrt an hiesigen Snacks exportierbar?

Letzter Redner in diesem Block war Gordon Fähnrich, Marketing-Chef bei Subway in den D-A-CH-Ländern und Luxemburg, der erklärte, wie sich eine internationale Marke auf nationale Märkte einstellen kann und muss, um eine lokale Relevanz zu erlangen. Wichtige Erkenntnis: Der Preis ist nicht alles – der Gast schätzt Wertigkeit und Qualität.

Zurück nach Deutschland führten Chinh Keyser, Business Developer der asiahung-Restaurants und die Macher der Food-Truck Marke Burrito Bande. Hier ging es darum zu zeigen, wie auch kleine Betriebstypen dank professioneller Organisation und Qualitätsdenken ein breites Publikum erreichen können, zum Beispiel durch die clevere Online-Vorbestelllösung, die es dem mobilen Startup aus Frankfurt ermöglicht, ihre kleinen Zeitfenster für das Lunchgeschäft optimal zu nutzen.

Als Food-Truck-Fan outete sich auch TV-Koch Mario Kotaska, der seine selbst kreierte Currywurst im eigenen Anhänger namens Bratwerk ebenso erfolgreich verkauft wie über die aktuell 45 mobilen Standorte des Imbiss-Konzepts grillbar des Betreibers Gastro Concept Management.

Zum Abschluss des ersten Tages wurde es noch einmal wissenschaftlich: Norbert Kijak, Leiter Marketing bei Delikant Feinkost, stellte die repräsentative Studie ‘Snack Monitor‘ über die Wünsche und Bedürfnisse heutiger Snack-Konsumenten vor und diskutierte später mit Heiko Wildgrube (McCafé), Beraterin Brigitte Köhler und Michael Gauert (Bäckerei Josef Hinkel) über Potenziale und Perspektiven im Snack-Geschäft. Dabei reichte das Meinungsspektrum von „Wer nicht mitmacht, verschenkt Umsatz“ bis hin zu „Statt auf Snacks setzen wir auf unsere Kernkompetenz – gutes Brot.“

Spannend auch der finale Vortrag von Patrizia Stitz (The Food Professionals Köhnen) zu Geschmacksrichtungen und kulturellen Vorlieben. Sie empfahl den Sortimentverantwortlichen im Snack-Bereich, neuen Produkten mehr Zeit zu geben: „Es dauert manchmal, bis der Verbraucher Innovationen gründlich kennen und nachhaltig lieben lernt.“ Viel Stoff für weitergehende Diskussionen, für die das abendliche Barbecue eine hervorragende Gelegenheit darstellte.

Der zweite Tag startete mit parallel stattfindenden Fachkonferenzen für Foodservice, Back- und Fleischbranche. Für das an Foodservice interessierte Plenum stellte zunächst Ludwik Kwapinski sein Konzept Sandwicher vor, das vier Mal in Frankfurt vertreten ist. Harald Lutz präsentierte seine junge Restaurant-Formel Jakob Steiners. Im Fokus: urschwäbische Küche für den modernen Lebensstil. Mitte 2013 ging die erste Unit in Tübingen an den Start, Nummer zwei befindet sich in Pfullingen, die nächste Neueröffnung feiert man in wenigen Wochen in Stuttgart. Lutz verfolgt neben der Multiplikation des Systems auch eine bereits ausgearbeitete Multi-Channel-Strategie.

Im Anschluss fanden zwei weitere Fachkonferenzen statt hinsichtlich Verpackung (Gesetze, Trends und Technologien) und Diversifizierung. Den Abschluss des diesjährigen Snack-Kongresses bildete das Travel Special 2014. Horst Mutsch, Leiter Vermietung, Marketing, ServiceStore bei der Deutschen Bahn, stellte erfolgreiche Gastro-Formeln in den Empfangsgebäuden vor wie Dunkin‘ Donuts, Yorma’s und Frooters. Um an diesen Hochfrequenz-Standorten zu punkten müssten Konzepte laut Mutsch folgende Kriterien erfüllen: schnell, flexibel, qualitätsvoll und attraktiv sein.

Matthias Pape, Retail Trading Manager, BP Europa, konzentrierte sich in seiner Präsentation auf die Anfang 2013 in den PetitBistros bei Aral eingeführten Crossinos. Aufgrund der neuen Snack-Generation konnte der Abverkauf an belegter Ware bislang verdoppelt werden. Mark Hallstein, Senior Category Manager Food & Beverages, und Hans-Georg Mühlberg, Senior Category Manager Travel Needs, erklärten, worauf es ankommt um eine Gastro-Fläche im Frankfurter Flughafen zu ergattern. Fraport lege Wert auf die Aspekte Branding, Storytelling, Interiors, Präsentation und Personal. Hallstein betonte insbesondere die Bedeutung der regelmäßigen Mitarbeiterschulungen.

Beim exklusiven Gastrocheck am Flughafen im neuen Flugsteig A-Plus (airside) konnte sich eine Gruppe Interessierter noch weitere Anregungen holen. Der nächste Snack-Kongress findet vom 9. bis 10. September 2015 statt.

www.conferencegroup.de
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