QSL

Prozess Drop & Go spart Zeit & Aufwand

Hocheffiziente Liefer-Prozesse sind ein entscheidender Erfolgsparameter von Logistik-Dienstleistern. Darum hat der Liefer-Spezialist Meyer Quick Service Logistics (QSL) aus dem hessischen Friedrichsdorf das neue Prinzip Drop & Go entwickelt. Die gepackten Paletten werden vor dem Wickeln mit Stretchfolie von allen Seiten fotografiert – Zustand und Vollständigkeit somit dokumentiert. Dadurch wird in den Stores die Annahme-Kontrolle im Beisein des Fahrers und somit Arbeitszeit gespart. Nahezu ausnahmslos ziehen die deutschen Gastronomie-Kunden mit. Anfang Juni eröffnet in Polen ein zweites Logistikcenter – in Kattowitz – auch dort soll die Drop & Go-Technik zum Einsatz kommen.

Seit 2007 ist Meyer QSL mit Supply-Chain-Lösungen für die Systemgastronomie am Markt. Neben der IFS-zertifizierten Distribution von Lebensmitteln zählen vor allem der operative Einkauf sowie das Warehousing zum Leistungsspektrum. Zu den insgesamt 1.800 europäischen Kunden (ca. 900 Stores in D, ca. 900 im Ausland), die QSL beliefert, gehören bekannte Quickservice-Marken ebenso wie Convenience-Shops und Firmen aus dem Bereich Verkehrsgastronomie – von langjährigen Kunden wie Burger King und Pizza Hut über Ikea bis zum Systemgastronomie-Pionier Kochlöffel und Ditsch. In Polen (Belieferung von 324 Restaurants) ist z.B. Amrest mit Marken wie Starbucks und Fresh Point ein großer Kunde.

14 Bestands-Läger und zehn Cross Docks betreibt der Logistiker in den D-A-CH- sowie sieben weiteren europäischen Ländern, davon 4 + 2 in Deutschland. Auf etwa 9.000 Fahrten summiert sich die Dienstleistung pro Woche, davon rund 5.000 in Deutschland. Zweimal wöchentlich beliefert QSL im Heimatmarkt in der Regel jedes Kunden-Restaurant mit frischen, gekühlten und tiefgekühlten Waren.
„„Eine der größten Herausforderungen ist für uns die Gewinnung weiterer hoch qualifizierter Fahrer, denen neben dem verkehrstechnischen Können auch technisches Wissen abverlangt wird – und körperlicher Einsatz, denn wir liefern bis hinter die erste verschließbare Tür“, erklärt Thorsten Kilgenstein, Director Operations Germany. Auch für sie stelle die neue Fototechnik eine Verbesserung dar. In Deutschland (und einigen weiteren Ländern) greift QSL auf den Fahrzeug- und Fahrerpool der Schwestergesellschaft Meyer Logistik zu. Ludwig Meyer GmbH & Co. KG (LEH-Logistik) verfügt über einen Fuhrpark von etwa 1.200 Fahrzeugen und beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter.

Da per Fotografieren und Scannen der fertig bestückten Paletten genau nachgeprüft und belegt werden kann, dass korrekt und vollständig geliefert wurde, haben sich die Kunden darauf eingelassen, den Inhalt der Lieferung erst beim Verräumen zu kontrollieren. „Der Arbeitsvorgang der gemeinsamen Kontrolle in Anwesenheit des Fahrers entfällt“, so Kilgenstein. Somit sind die Gastronomie-Kunden flexibler bei der Einteilung des Personals und QSL spart Zeit bei der Auslieferung. Etwa zehn Minuten sind dies im Schnitt pro Restaurant, einzeln kein großer Wert, doch in der Summe aller Lieferfahrten springt durchaus ein Stopp mehr pro Fahrt heraus bis zu einem LKW-Einsatz weniger: Die gesamte Kette optimiert sich. Dem Ziel: weniger Zeitaufwand pro Stopp und einer höheren Stoppauslastung pro Multitemperatur-LKW kommt man damit einen deutlichen Schritt näher.

Der Drop & Go-Prozess ist einfach, die Investition lag in sechsstelliger Größenordnung – bisher wurden die vier deutschen Läger und nun auch Polen mit je zwei Einheiten bestückt. So funktioniert es: Auf der Wickelmaschine werden vor dem Stretchen die gepackten Paletten um die eigene Achse gedreht, von allen Seiten gescannt und fotografiert. Ein Hersteller hat dazu speziell für QSL die Palettenwickler mit Kameras und Scannern ausgerüstet. Mittel spezieller Software werden die Fotos der Nummer der Versandeinheit (NVE) zugeordnet und auf einem QSL-Servcer abgelegt. „Unseren Kunden gewähren wir mit drei Stunden nun ein deutlich größeres Zeitfenster für mögliche Reklamationen – vorher musste sofort beim Fahrer reklamiert werden“, betont Kilgenstein. QSL verspricht sich die Amortisierung der Kosten binnen zwei Jahren.

„Hätten wir nicht bereits vorher niedrige Fehlerquoten gehabt, wären die Kunden vermutlich den Drop & Go-Weg nicht so einfach mitgegangen“, vermutet Kilgenstein. Neben Zeitersparnis liegt der Benefit für die Gastronomen auch in günstigeren Preisen.

Stichwort Preise: QSL versteht sich als Logistiker mit Handelsfunktion. „Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass die Kunden zu richtigen Zeit ausreichend mit entsprechenden Waren versorgt sind. Dazu zählt alles von Food bis Non-Food wie Berufskleidung, sofern die Kunden dies wünschen“, erklärt Kilgenstein. Die Entscheidungen für bestimmte Lieferanten und die vorausgehenden Preisverhandlungen allerdings sind die Kern-Kompetenz der Gastronomen, diese Aufgabe bleibt in ihrer Hand.

QSL obliegt die Verantwortung, mittels entsprechender Software-Technik zu prognostizieren (Forecasting), welche Warenbestellungen für die Bestandsläger nötig sind, um keine Out-of-Stock-Situation zu riskieren. Das EDV-Prognosetool stützt sich dabei auf die historischen Werte der letzten beiden Jahre und entwickelt mithilfe spezieller Algorithmen verlässliche Vorhersagen für die zu erwartenden Bestellungen und -mengen der Kunden. „Wir können jedem Kunden zu jeder Zeit einen automatischen Bestellvorschlag machen“, so der Projektleiter. Auch für den Trend zu regionalen Produkten und Erzeugern sieht man sich gut aufgestellt. „Ein intelligentes Logistiksystem ist entscheidend. Auf Rücklauftouren lässt sich z.B. einiges abwickeln, manche regionale Produzenten liefern sogar in unsere Läger.“

Für große Kundenzufriedenheit sprechen zwei wichtige Vertragsverlängerungen in jüngster Zeit: Die Zusammenarbeit mit Pizza Hut und Burger King wurde jeweils bis 2021 verlängert.

Die Eröffnung seines zweiten Bestands-Lagers in Polen definiert QSL als Basis für weitere Expansion in Osteuropa. „Wir haben im vergangenen Jahr in Polen erneut bewiesen, wie rasch wir für unsere Kunden eine komplette Infrastruktur für die Supply Chain einrichten können“, erklärt QSL-Geschäftsführer Florian Entrich. Dabei schließt er nicht aus, dass der Standort Kattowitz mittelfristig auch als Hub für die Versorgung weiterer ost- und südosteuropäischer Länder genutzt werden könne. „Wir sehen großes Potenzial in den osteuropäischen Märkten, in denen wir nun endgültig Fuß gefasst haben.“

www.quick-service-logistics.de



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