Radeberger schluckt Brau & Brunnen

Oetker-Brauereigruppe ist neuer Branchenprimus. Die Radeberger-Gruppe schluckt die Brau und Brunnen AG. Damit rückt das zu Oetker gehörende Unternehmen auf Platz Eins der Brauereien in Deutschland auf und untermauert den Wunsch der Inhaberfamilie, in der deutschen Brauwirtschaft Treiber statt Getriebener zu sein. Radeberger erwirbt unter Vorbehalt der Genehmigung durch das Kartellamt von der HypoVereinsbank (HVB) ein Paket von 61,73 Prozent für 221,7 Mio. Euro. Das Ziel ist eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 75 Prozent des stimmberechtigten Kapitals. Der Preis, den Radeberger pro Aktie bezahlt, entspricht einem gesamten BuB-Unternehmenswert von 359 Mio. Euro. Radeberger und Brau und Brunnen (BuB) zusammen markieren einen deutlichen Abstand zum Branchenzweiten, der Interbrew-Gruppe (Deutschland-Absatz inklusive Beteiligungen: 12 Mio. hl; Umsatz: 1,27 Mrd. Euro). Brau und Brunnen war neben der gerade von der dänischen Carlsberg-Brauerei und Bitburger vereinnahmten Holsten-Gruppe der letzte noch verbliebene große Braukonzern in Deutschland. Seit Monaten galt Radeberger als ernsthafter Kaufinteressent vor allem mit Blick auf BuB in Dortmund und Berlin. Dort ist Radeberger im Wesentlichen mit den Marken DAB, Kronen, Brinkhoff's No.1 und Berliner Kindl vertreten, BuB mit Dortmunder Union, Ritter, Schultheiss und Berliner Pilsner. Somit eröffnet sich in beiden Ballungsräumen unmittelbares Synergiepotenzial bei Produktion, Verwaltung, Logistik, Marketing und Vertrieb. Hinter BuB stehen neben der HVB die Berliner Beteiligungsgesellschaft Donath GmbH (11 Prozent), BuB selber (3,87 Prozent) und Streubesitz (23,4 Prozent). Quelle: LZ



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