Deutsche Brauer

Stabile Bierbilanz – Export setzt positive Impulse

Die deutschen Brauereien haben 2016 mehr als 96 Mio. hl Bier abgesetzt, dies entspricht einer leichten Aufwärtsbewegung im Vergleich zum Vorjahr. Der Deutsche Brauerbund (DBB) meldet darüber hinaus, dass besonders die wachsende Nachfrage nach deutschen Bieren in Übersee und Europa die Bilanz positiv beeinflusste.
Im vorläufigen Jahresbericht des Spitzenverbandes der Brauwirtschaft DBB heißt es weiter, dass sich der deutsche Biermarkt im dritten Jahr in Folge erfreulich stabil entwickelte – nach jahrelangem Absatzrückgang.

Für DBB-Präsident Dr. Hans-Georg Eils nennt verantwortliche Faktoren: „Sicherlich haben die Fußball-Europameisterschaft und das 500. Jubiläum des deutschen Reinheitsgebotes den Absatz belebt. Aber auch der überdurchschnittlich warme Sommer kurbelte das Geschäft an.“ Eils blickt optimistisch in die Zukunft: „Deutschland hat schon heute eine weltweit einmalige Biervielfalt. Wir gehen davon aus, dass 2017 nicht nur die Zahl der Brauereien, sondern auch die Zahl der Marken weiter wachsen wird.“

Nach Angaben des DBB stehen die rund 1.400 deutschen Brauereien mittlerweile für rund 6.000 Biermarken, das sind etwa 1.000 mehr als noch vor zehn Jahren. Jede Woche kommt mindestens ein neues Bier auf den Markt.

DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele erklärte, dass die Branche nach wie vor unter Druck stehe: „Die größten Herausforderungen bleiben der demografische Wandel, die starken Kostensteigerungen, der weiterhin hohe Wettbewerbsdruck und der unverantwortliche Preiskampf des Handels.“

Für 2015 hatte das Statistische Bundesamt einen Jahresbierabsatz von 95,7 Mio. hl gemeldet (ohne alkoholfreie Biere und Malztrunk). Mit dem vom DBB für 2016 prognostizierten Anstieg auf über 96 Mio. hl bauen die deutschen Brauer ihren europäischen Spitzenplatz weiter aus. Die bundesweite Bierproduktion lag erneut deutlich vor Russland, Großbritannien, Polen und Spanien. Weltweit nimmt Deutschlands Biermarkt unverändert den vierten Platz hinter China, den Vereinigten Staaten und Brasilien ein.

Wie in den beiden Vorjahren haben deutsche Brauereien erneut deutlich mehr Bier ins Ausland verkauft. Bis Ende November 2016 konnte bereits ein Gesamtausfuhrüberschuss von 4,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet werden. Mit 15,7 Mio. hl wurde in elf Monaten so viel deutsches Bier exportiert wie nie zuvor.

Das Absatzplus in Ländern außerhalb der Europäischen Union lag mit 8,4 % deutlich über der Ausfuhrbilanz innerhalb der EU (plus 0,8 %). Besonders in Asien und Amerika wächst die Nachfrage nach deutschem Bier.

Pils blieb 2016 mit rund 50 % Marktanteil die beliebteste Sorte der Deutschen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Export- und Weizenbiere. Im Aufwärtstrend sind Spezialitäten wie Kellerbiere, Landbiere oder Zwickelbiere. Durch das wachsende Angebot an Hopfen- und Malzsorten wächst auch die Vielfalt deutscher Craft Biere.

Impulse für den Markt setzt die unverändert starke Nachfrage nach alkoholfreien Bieren und alkoholfreien Biermischgetränken. Mittlerweile gibt es nach Branchenschätzungen bundesweit mehr als 400 alkoholfreie Marken – 50 mehr als noch im Vorjahr. Jeder 20. l Bier, der in Deutschland gebraut wird, ist alkoholfrei.

www.brauer-bund.de



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