Ernährungsindustrie 1. Hj. 2014

Stabile Umsätze, steigender Ertragsdruck

Die deutsche Ernährungsindustrie erwirtschaftete im 1. Hj. 2014 einen Umsatz von 85,6 Mrd. €. Das entspricht einem moderaten Zuwachs von +0,2 % gegenüber dem Vorjahr. Der Ertragsdruck nimmt jedoch aufgrund des harten internationalen Wettbewerbs spürbar zu, so der Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) in seiner Halbjahresbilanz.
 
Abzüglich der Erzeugerpreissteigerungen von +0,5 % und den Ausfuhrpreissteigerungen von +0,8 % ging der Branchenumsatz im ersten Halbjahr 2014 mengenmäßig um -0,4 % zurück. Wachstumsdämpfer gab es vor allem im Exportgeschäft, das der Branche als wichtige Ertragsstütze dient. In den ersten sechs Monaten 2014 wurden Lebensmittel im Wert von 25,9 Mrd. € exportiert, das bedeutet einen Rückgang um -0,1 %. Während das EU-Exportgeschäft aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage weiterhin stagniert, erschweren außerhalb des EU-Binnenmarktes immer mehr Handelshemmnisse den Marktzu-gang in wichtigen Wachstumsmärkten. Die Exportquote lag im 1. Hj. bei 30,5 % (im Gesamtjahr 2013 bei 31 %).
 
Auf der Rohstoffseite wurde der Preisauftrieb gedämpft, positive weltweite Ernteprognosen haben besonders zur Jahresmitte hin die Angebotssituation begünstigt. Der HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel sank im 1. Hj. 2014 um 6,6 % zum Vorjahreszeitraum. Die Preise an den Agrarrohstoffmärkten liegen jedoch weiterhin auf hohem Niveau, betont der BVE. Zusammen mit steigenden Ausgaben in der Produktion und im Vertrieb zeige sich die Ertragslage in den Unternehmen empfindlich angespannt.
 
Die anhaltend positive Kauflaune der Verbraucher im 1. Halbjahr begünstigte auch den Absatz von Lebensmitteln. Getragen wurde die gute Konsumstimmung von steigenden Einkommens- und Konjunk-turerwartungen, einer hohen Anschaffungsneigung sowie der geringen Sparneigung und Inflation. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten erhöhten sich in den ersten sechs Monaten des Jahres um +1,1 % im Vorjahresvergleich, die Lebensmittelpreise um +1,7 %.
 
In der deutschen Ernährungsindustrie werden rd. 550.000 Mitarbeiter beschäftigt, damit ist sie der viertgrößte Industriezweig Deutschlands.
 
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