Starke Drittlandexporte von Agrargütern im 1. Halbjahr 2012

Die deutschen Exporte von Agrar- und Ernährungsgütern erreichten nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes im 1. Halbjahr 2012 mit 29,5 Mrd. € einen neuen Rekord. Damit liegt dieser um gut 1,8% über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Die Ausfuhren in die Drittländer haben sich dabei weiter beschleunigt.
Sie erreichten im ersten Halbjahr 2012 den Spitzenwert von mehr als 7 Mrd. € (+13,3 %) und entsprachen erstmals fast einem Viertel aller deutschen Agrarausfuhren, berichtet die German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA). Herausragenden Anteil an dieser Entwicklung hatten die Exporte in die großen Freihandels- und Wirtschaftszonen.

So stiegen die Exporte in die südostasiatischen Staaten (ASEAN) um 47,2 % auf 0,32 Mrd. €, die Exporte in die anderen asiatischen Märkte um 35 % auf 1,99 Mrd. €. Die Ausfuhren in die Staaten der nordamerikanischen Freihandelszone (NAFTA) kletterten um knapp 7 % auf 0,9 Mrd. €. Die Exporte nach Australien/Ozeanien stiegen um rund 40 % auf 0,15 Mrd. €.

Die Ausfuhren in die EU-Staaten zeigen erste leichte Erholungsanzeichen, so GEFA. Nachdem der Rückgang der wertmäßigen Ausfuhren im ersten Quartal nach den vorläufigen Zahlen vom Mai noch bei 2,5 % lag, ist dieser aktuell bei 1,4 %. Besonders die von der Wirtschaftskrise am stärksten betroffenen Länder bereiten den deutschen Exporteuren laut GEFA weiter Sorgen: Die Geschäfte mit Griechenland (-3,6 %), Italien (-6,2 %) und Portugal (-4,7 %) sind rückläufig, während Spanien (+2,1 %) eine noch vergleichsweise positive Entwicklung aufweist. Die Ausfuhren in die EU-27 sind in der Menge um 10,8 % und im Wert um 1,4 % gesunken.

Die Rangliste der Top-Drittländer wird erneut angeführt von Russland (-1,3 %), gefolgt von der Schweiz (+2,3 %) und den USA (+4,3 %). Besonders beachtlich sind die Rangverschiebungen hinter den großen Drei: Saudi Arabien hat sich im Vergleich zu 2007 von Rang 7 auf Rang 4 vier verbessert (+219 %), China katapultiert sich von Platz 18 auf Platz 5 mit einer Steigerung von 536 % auf 0,28 Mrd. €.

Stärkste Warengruppe bei den Ausfuhren in die Drittländer sind die Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs mit einem Wert von 3,2 Mrd. € (+8,8 %). Dahinter rangieren Genussmittel, deren Wert um 14 % auf 1,9 Mrd. € anstieg. Stärkste Wachstumsraten zeigen die Nahrungsmittel tierischen Ursprungs, die sich im Vergleichszeitraum um fast 24 % auf fast 1,9 Mrd. € verbesserten und bereits in Kürze zweitstärkste Warengruppe werden dürften.

Die Ausfuhren lebender Tiere verminderten sich dagegen um 11,4 % auf gut 123 Mio. €, was GEFA auf die Exportbeschränkungen vieler Länder wegen des Schmallenberg-Virus zurückführt.

Herausragend ist die Entwicklung bei Molkereiprodukten sowie bei Fleisch und Fleischwaren im Drittlandexport: Die Ausfuhren von Molkereiprodukten in diese Ländergruppe erhöhten sich im Vorjahresvergleich um 24,8 % auf 795 Mio. €, die von Fleisch und Fleischwaren stiegen im gleichen Zeitraum um 22,1 % auf 785 Mio. €.

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