Anuga Hot Beverages

Heißgetränke-Anbieter haben Gesprächsbedarf

Heiße Ware: Auf der Anuga Hot Beverages sind die Markt- und Konsumtrends ein wichtiges Thema.
IMAGO Panthermedia
Heiße Ware: Auf der Anuga Hot Beverages sind die Markt- und Konsumtrends ein wichtiges Thema.

Rund 80 Aussteller zeigen auf der Anuga Tees und Kaffees. Ihnen und ihren Kunden bietet die Teilmesse Anuga Hot Beverages eine Plattform, die zwei Themen prägen dürften: die Rohwarenversorgung und der zunehmende Anspruch der Verbraucher.

Die Anbieter und Einkäufer von Heißgetränken haben zur diesjährigen Anuga so viel Gesprächsbedarf wie selten zuvor: Ihr traditionsreiches Geschäft wandelt sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Die Pandemie hat die Absatzwege verändert. Die Konsumenten trinken weniger Kaffee und Tee in Restaurants und Büros – und deutlich mehr zu Hause.

Das beschleunigt eine Entwicklung, die schon vor der Corona-Krise zu beobachten war: Das Bewusstsein für Kaffee nimmt in Deutschland zu. Der Dauer-Aktionsartikel Filterkaffee verliert an Bedeutung. Die Verbraucher wollen sich vom Geschmack begeistern lassen – und fordern praktische Handhabung. Die gute Nachricht für die Anbieter ist: Die Kunden sind bereit, dafür zu zahlen.

Die Anuga Hot Beverages ist dennoch eine vergleichsweise kleine Teilmesse: Rund 80 Aussteller stellen in Köln ihre Neuentwicklungen im Segment Heißgetränke vor. Die Anuga Hot Beverages ist zugleich ausgesprochen international. Die im September verzeichneten Aussteller stammen aus 27 Ländern. Unter den Herkunftsländern sind Polen und Italien mit jeweils elf Ausstellern von besonderer Bedeutung. Aus Deutschland stammen nur vier Anbieter. Die großen Kaffeekonzerne sind nicht darunter.

Einkäufer von Handelsmarkenartikeln aber stoßen auf der Anuga Hot Beverages auf eine große Auswahl: Viele der Aussteller bieten sich als Hersteller von Produkten unter fremden Marken an. Das deutsche Unternehmen Cafea zum Beispiel präsentiert auf der Messe seine Fähigkeiten etwa in der Produktion von löslichen Kaffees. Der Hersteller ist zudem unter anderem Lieferant der Milch- und der Süßwarenindustrie – die den Kaffee des Unternehmens zum Bestandteil ihrer Produkte macht.

So gut wie alle Aussteller von Tees und Kaffees werden mit ihren Kunden ein Reizthema besprechen müssen: die Preise. Aus Sicht vieler Anbieter führt an Konditionsveränderungen kein Weg vorbei. Tatsächlich ist etwa der Preis von Kaffeebohnen seit Beginn dieses Jahres sprunghaft angestiegen. Der Preisindex der internationalen Kaffeeorganisation ICO liegt im Vergleich zum Stand im Januar derzeit um rund 50 Prozent höher. Vor allem die hochwertigen Arabica-Bohnen haben sich verteuert. Hintergrund sind unter anderem vergleichsweise schlechte Erwartungen an die Ernte in Brasilien.


Dieser Text erschien zuerst auf www.lebensmittelzeitung.net.

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