Backwaren-Trends

Vegan trumpft auf

Vegan ist auch bei Backwaren ein Trend.
Vandemoortele
Vegan ist auch bei Backwaren ein Trend.

Zwar verzichten nur etwa zwei Prozent der Menschen in Deutschland konsequent auf den Konsum tierischer Produkte, doch ist die Tendenz insbesondere bei jungen Menschen steigend. Lebensmittelproduzenten haben vegane Ernährung als Top-Thema identifiziert, auch Backwaren-Spezialisten erweitern ihr Portfolio entsprechend.

Vegane Backwaren sind auf dem Vormarsch, schließlich prägen nicht nur Veganer, sondern auch Flexitarier und Vegetarier zunehmend das Marktgeschehen. Längst schreckt das Label "vegan" nicht mehr ab, im Gegenteil: Verbraucher fordern von den Produzenten neben hochwertiger und schmackhafter Qualität auch transparente Nachweise zu Nachhaltigkeit und Produktionsbedingungen.

Zwar ernähren sich laut Ernährungsorganisation Proveg nur etwa zwei Prozent der Menschen in Deutschland konsequent vegan, doch sind dies mittlerweile immerhin etwa doppelt so viele wie 2020. Mehr als die Hälfte der Deutschen (55 %) bezeichnen sich als Flexitarier – entscheidet sich also ganz bewusst für weniger tierische Lebensmittel auf dem Teller. Das Marktforschungsinstitut YouGov hat unlängst die vegan lebenden Menschen in Deutschland ins Profil genommen: Mehr als die Hälfte der Veganer in Deutschland sind demnach Frauen (57 Prozent vs. 51 Prozent der Gesamtbevölkerung) und 30 Prozent sind zwischen 25 und 34 Jahren (vs. 15 Prozent der Gesamtbevölkerung). Der Aussage, dass eine fleischlose Ernährung die gesündere Wahl ist, stimmen 79 Prozent der Veganer zu. Viele Argumente für Lebensmittelproduzenten, ihr Portfolio um vegane Linien sukzessive zu erweitern.

Klassische Kunden an Alternativen heranführen

"Das Angebot an veganen Produkten wird immer größer und vielfältiger. Dadurch werden auch eher klassische Kunden an alternative Ernährungsformen herangeführt. Für sie ist das oftmals mit einem kleinen Aha-Effekt verbunden: Sie merken, dass vegan nicht automatisch einen Geschmacksabstrich bedeutet. Im Gegenteil, pflanzliche Produkte können richtig lecker schmecken", sagt etwa Frank Scholz, Leiter des Gastro Service Teams bei Froneri Schöller.

Vegane Ernährung sei ein Top-Thema und kurbele den Umsatz kräftig an. "Denn es sind bei Weitem nicht nur Veganer, die zu Alternativen ohne tierische Produkte greifen. Auch so mancher ernährungsbewusste Gast freut sich über die neue Angebotsvielfalt." Bei Froneri Schöller wird daher das pflanzliche Produktportfolio stetig weiter ausgebaut: "Wir werden unser veganes Sortiment zukünftig noch weiter verstärken. Neben Neuzugängen bei den Backwaren denken wir dabei auch an den Eis-Bereich. Auf diese Weise können wir unseren Gastronomiepartnern ein ausbalanciertes Produktportfolio bieten, das die gesamte Bandbreite abdeckt", so Frank Scholz. Froneri Schöller hat unlängst unter anderem einen veganen Apfelkuchen sowie einen veganen Zitronen-Kuchenstreifen ins Portfolio aufgenommen.

Mit Geschmack Emotionen wecken

"Es gibt Geschmäcker und Aromen, die augenblicklich positive Emotionen wecken. So wie unser rustikaler Apfelkuchen, der wie hausgemacht schmeckt. Mit einem kleinen, aber entscheidenden Unterschied: Hier werden ausschließlich pflanzliche Zutaten verarbeitet", berichtet Gastro-Service-Chef Frank Scholz weiter. So komme etwa der Mürbeteig ganz ohne Milch und Eier aus.

Auch Vandemoortele erweitert nach eigenen Angaben stetig das Sortiment um vegane Produkte und optimiert bestehende Artikel im Sinne von Nachhaltigkeit und Transparenz. Das neue vegane Croissant, das Anfang Mai eingeführt wurde, soll durch sein knuspriges Äußeres überzeugen sowie eine zarte, feine Blätterung. Vandemoortele verzichtet hier vollständig auf tierische Bestandteile. "Das Croissant ist vorgegart, für die vegane Zielgruppe geeignet und hat mit 60 Gramm ein ansprechendes Volumen. Es eignet sich sowohl für den Frühstückstisch als auch für die Snacktheke als belegte Variante", heißt es. Zusammen mit dem Bestandsartikel Veganes Schokobrötchen bietet der Backwaren-Spezialist nun einen weiteren Klassiker, der das vegane Plundersortiment erweitert.

Délifrance hat sein Croissant-Portfolio ebenfalls um eine vegane Offerte erweitert: Das vegane Schoko-Croissant ist jetzt neu im Programm. Hier soll "intensiver Schokogenuss garantiert" sein. Der Plunderteig wird mit Margarine aus ungehärteten pflanzlichen Ölen und Fetten von Shea und Sonnenblumen hergestellt. Die Herstellung erfolgt ohne künstliche Farb- und Aromastoffe und gehärtete Fette. Auch die Brezelbäckerei Ditsch, die in dieser Saison insbesondere ihre Pizza-Range erweitert, hat vegane Laugenbrezeln, auch mit Kürbiskernen bestückt, sowie vegane Laugenstangen im Portfolio.

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