Blanco Professional

Standorttreue Neuausrichtung mit Perspektive

Dr. Johannes Haupt (l.), CEO der Blanc & Fischer Familienholding, und der Blanco Professional-Geschäftsführer Egon Kofler sehen die vollständige Übernahme der Anteile durch die Familienholding als unterstützendes Element bei der neuen Ausrichtung von Blanco Professional.
E.G.O.
Dr. Johannes Haupt (l.), CEO der Blanc & Fischer Familienholding, und der Blanco Professional-Geschäftsführer Egon Kofler sehen die vollständige Übernahme der Anteile durch die Familienholding als unterstützendes Element bei der neuen Ausrichtung von Blanco Professional.

Nachdem die Corona-Pandemie den in Schieflage geratenen Großküchentechniker Blanco Professional nachhaltig ins Trudeln gebracht hat, übernimmt nun die Blanc & Fischer Holding die Oberderdinger Tochter zu 100 Prozent. Holding-Chef Dr. Johannes Haupt sieht nach einer Neuausrichtung große Wachstums-Chancen auch für die Catering-Sparte.

70 Prozent der Blanco Professional-Anteile hielt Blanc & Fischer bislang. Nun hat die Familienholding auch die restlichen 30 Prozent aus dem Besitz einzelner Erben des Firmengründers Heinrich Blanc übernommen. Ziel sei es, Entscheidungsprozesse zu verkürzen, um das Unternehmen ab 2022 wieder auf solide Füße zu stellen.

Durch die Konzentration auf Catering und Industrial habe Blanco Professional nachhaltiger unter den Folgen der Corona-Pandemie zu leiden als andere Geschäftsfelder, die sich schnell wieder erholt hätten, heißt es aus der Holding. Das Unternehmen musste 2020 einen zweistelligen Umsatzrückgang hinnehmen, und auch 2021 wird sich dieser Trend voraussichtlich fortsetzen. Als Gegenmaßnahme soll das Unternehmen schnell auf wachstumsstarke Geschäftsfelder ausgerichtet werden. Mit dem Sanierungsvertrag vom Herbst 2020 habe man bereits schnell gehandelt. Bis Ende 2023 ist der sozialverträgliche Abbau von rund 100 der 700 Stellen bei Blanco Professional geplant. Dennoch rechnet Dr. Johannes Haupt, CEO der Blanc & Fischer Familienholding und Vorsitzender des Verwaltungsrats bei der Blanco Professional GmbH + Co KG, in den kommenden zwei Jahren mit Finanzierungsbedarf: "Das ist eine lohnenswerte Investition: Wir sind absolut zuversichtlich, dass auch dieses Unternehmen auf das positive Niveau der anderen Firmen unserer Unternehmensgruppe überführbar ist."

Standort Oberderdingen soll bleiben

Zuständig für die Neuausrichtung ist Egon Kofler. Der Geschäftsführer in anderen Teilkonzernen der Holding ist seit Oktober 2020 CEO von Blanco Professional betont die Chancen der aktuellen Lage und hofft am Standort Oberderdingen ab 2022 wieder wettbewerbsfähig zu werden. Reduziert werden müssten Personal- und Strukturkosten, Vertrieb und Produktportfolio neu aufgestellt. Chancen steckten in Digitalisierung und Hygiene, deren Bedeutung durch die Corona-Pandemie besonders im medizinischen Bereich und in Pflegeheimen gestiegen sei. "Hier entwickeln wir ein attraktives Produktportfolio, das wir weiter ausbauen und verfeinern werden", so Kofler. "In Profiküchen ist Digitalisierung zusätzlich ein erheblicher Produktivitätsfaktor." Hier sollen Synergien aus dem Holding-Verbund geschöpft werden. Der Geschäftsführer betont optimistisch: "Wir werden in diesem Jahr noch einmal einen Umsatzrückgang sehen, aber von 2022 an werden wir wieder zurück auf dem Wachstumskurs sein."

Digitalisierung und auch die Internationalisierung der Geschäftsausrichtung hatte bereits Kofler-Vorgänger Roland Spleiss begonnen. 2019 übernahm Blanco Professional zum Beispiel die Brimato Catering Automation Technology GmbH: "Das ist ein grundsätzlicher Schritt hin zu System- und Konzeptlösungen bei automatisierungsgeeigneten Prozessen, so Spleiss im exklusiven Interview mit gv-praxis-Chefredakteur Burkart Schmid.
Über Blanc & Fischer Familienholding
Die Blanc & Fischer Familienholding prägt den Lebensraum Küche weltweit. Zur Unternehmensgruppe gehören der französische Spezialist für Kochfelder mit verschiedenen Beheizungsarten und Dunstabzüge Arpa, der Spezialist für den Wasserplatz in der Küche Blanco, der Produzent von Investitionsgütern für Großküchen und Zulieferer der Industrie Blanco Professional, der interne Dienstleister für IT und übergeordnete Funktionen Blanc & Fischer Corporate Services sowie der Komponentenzulieferer für Hersteller von Hausgeräten E.G.O. Insgesamt beschäftigen diese Unternehmen rund 8.300 Mitarbeiter in 23 Ländern und an 56 Standorten weltweit. 2019 erwirtschaftete die Gruppe laut eigenen Angaben einen Umsatz von rund 1,2 Mrd. Euro. Die Holding ist zu 100 Prozent im Besitz der Familien Blanc und Fischer. Blanco Professional gibt für das Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 121 Mio. Euro an (+0,5 %), erwirtschaftet mit 698 Mitarbeitern. Für die Cateringsparte veranschlagte das exklusive gv-praxis Ranking der größten Hersteller von Großküchentechnik in Deutschland rund 55 Mio. Euro Umsastz 2019 - Rang 15. Bereits im Jahr zuvor waren die Umsätze stagniert mit einer leichten Akzentverschiebung ins internationale Geschäft.

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