BVE

Punkten mit Nachhaltigkeit

BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.
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BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.

Auf den Nachhaltigkeits-Zug ist die deutsche Ernährungsindustrie rechtzeitig aufgesprungen und fährt gut damit. So eine Begründung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) für ihr leichtes Umsatzplus im Jahr 2019. Dennoch fordert der Verband auch Engagement der Politik für mehr Klimaschutzforschung.

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche 2020 veröffentlicht die BVE eine erste Schätzung ihres Jahresergebnisses: 183,6 Milliarden Euro bedeuten ein Plus von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies wertet der Verband als eine Stabilisierung auf hohem Niveau in schwieriger Marktlage.
Erholt hat sich demnach das Auslandsgeschäft. Nach einem Rückgang in 2018 weist das vergangene Jahr eine Verbesserung um 3,2 Prozent auf 61,4 Milliarden Euro Umsatz auf. Der Hauptumsatz wird jedoch zuhause gemacht und liegt mit 122,2 Milliarden Euro doppelt so hoch. Dazu BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff: "Unsere Branche blickt zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. Insbesondere die Exporte nach Asien sorgten für die positive Entwicklung des Auslandsgeschäfts. Schwierig war und bleibt die Geschäftslage besonders in den USA und Großbritannien."

Nachhaltig gewinnt

Der heimische Absatzmarkt profitiere zum einen von höheren Verkaufspreisen (+ 1,7 Prozent). Zum Anderen gehe die Ernährungsindustrie mit großen Schritten den notwendigen Weg hin zu mehr Generationenverantwortung – mit einer großen Bandbreite an Lösungen und Produkten, so der Verband. Der Konsument honoriere diese Bemühungen: höherwertige Qualitätslebensmittel seien nachgefragt, und dürften punktuell auch entsprechend mehr kosten.

Pünktlich zur Grünen Woche in Berlin fordert der BVE jedoch auch Unterstützung von der Politik. So brauche es zum Beispiel einen verbindlichen Rechtsrahmen, wie weniger Verpackungsmüll verursacht werden soll, ohne die Lebensmittelsicherheit zu gefährden. Weitere Punkte sind ein nationales Lieferkettengesetz, das auch faire Bedingungen für Arbeitskräfte umfassst, das Thema Green New Deal und Klimaschutz. 200 Millionen Euro jährlich fordert der BVE unter anderem für eine gemeinsame industrielle Forschung sowie bessere Bildungs- und Forschungsprogramme des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Die deutsche Ernährungsindustrie ist mit rund 608.000 Beschäftigten in 6.100 Betrieben der viertgrößte Industriezweig in Deutschland. Sie versorgt sie 82 Mio. Verbraucher mit Lebensmitteln.


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