Deutsches Tiefkühlinstitut

Cooles Jubiläum – 90 Jahre Tiefkühlkost

Als Erfinder der Tiefkühlkost gilt der Amerikaner Clarence Birdseye. Der Meeresbiologe bereiste zwischen 1915 und 1922 Labrador in Neufundland. Er beobachtete, wie natürlich die Inuit ihre Lebensmittel frisch hielten – und suchte eine Methode, dies nachzumachen.
iglo
Als Erfinder der Tiefkühlkost gilt der Amerikaner Clarence Birdseye. Der Meeresbiologe bereiste zwischen 1915 und 1922 Labrador in Neufundland. Er beobachtete, wie natürlich die Inuit ihre Lebensmittel frisch hielten – und suchte eine Methode, dies nachzumachen.

Am 6. März 1930 wurden die ersten Tiefkühlprodukte in einem US-amerikanischen Geschäft verkauft. Die revolutionäre Methode, Essen haltbar zu machen, geht auf den Meeresbiologen Clarence Birdseye zurück, der sie sich auf Reisen von den Inuit abschaute.

Birdseye hatte in Neufundland erlebt, dass Geschmack und Qualität nicht beeinträchtigt wurden, wenn der frisch gefangene Fisch bei -450 Celcius im Wind in kürzester Zeit eingefroren wurde. Mit sieben Dollar Kapital gründete er daheim in USA sein Start-up: Mit Eis, Salz und einem Ventilator entwickelte er die erste Schockgefrieranlage nach der neufundländischen Naturvorlage. 

Langsam, aber sicher: TK setzt sich durch

Die erste Tiefkühlpizza "a la Romana" eroberte Deutschland 1970, wie auch das erste "Schlemmerfilet à la Bordelaise" – bis heute das gefragteste TK-Produkt hierzulande, so das dti.
dti/Rees
Die erste Tiefkühlpizza "a la Romana" eroberte Deutschland 1970, wie auch das erste "Schlemmerfilet à la Bordelaise" – bis heute das gefragteste TK-Produkt hierzulande, so das dti.
In Deutschland dauerte es noch 25 Jahre, bis die ersten tiefgefrorenen Lebensmittel auf der größten internationalen Lebensmittel-Messe vorgestellt wurden. Die "Allgemeine Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung" – anuga –präsentierte 1955 erstmals Obst, Gemüse und Fisch frisch schockgefrostet. Bereits im darauffolgenden Jahr 1956 wurde der Verein Deutsches Tiefkühlinstitut (dti) gegründet. Zwei Jahre später revolutionierte die erste Tiefkühlmahlzeit die tägliche Verpflegung von Kindergärten, Seniorenheimen und Kliniken. Seit 1971 existiert das Modell "Essen auf Rädern".
Das Prinzip, Lebensmittel erntenah und schnell zu frosten, überzeugte offensichtlich erst allmählich. Lag der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland 1960 noch bei 800 Gramm, kommt der Druchschnittdeutsche heute auf rund 46 Kilo jährlich. Das Angebot umfasst aktuell bundesweit 17.000 Artikel.

DTI
Backwaren sind laut dti die Frontrunner im TK-Markt: 11 Kilo TK-Produkte aus diesem Segment verbrauchte jeder in Deutschland im Schnitt im Jahr 2018. Gemüse kommt hier nur auf 6,2 Kilo. Nur wenige Menschen in Deutschland verzichten ganz auf Tiefkühlkost. Laut einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) von 2019 nutzen 97,5 Prozent der Menschen in Deutschland tiefgefrorene Lebensmittel.

Übrigens...

...1984 kürte Ronald Reagan als Präsident der USA den 6. März zum "Frozen Food Day". Auch in Deutschland ist dieser Tag der "Tag der Tiefkühlkost".
Über das dti
Das Deutsche Tiefkühlinstitut, kurz dti, mit Sitz in Berlin dient als Kommunikations- und Informationsplattform der deutschen Tiefkühlwirtschaft. Das Institut mit rund 160 Mitgliedsunternehmen aus verschiedenen Branchen unterstützt alle Maßnahmen, die der Herstellung, der Qualitätserhaltung, dem Vertrieb und der Verwendung von Tiefkühlkost dienen. Das Tiefkühlinstitut versteht sich als zentrale Anlaufstelle, wenn es um tiefgefrorene Lebensmittel geht und liefert laut eigener Aussage firmen- und produktneutrale Informationen.

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