Deutsches Tiefkühlinstitut

Hohes AHM-Absatzplus bricht 2020 ein

Pro Kopf verbrauchten Konsumenten 46,9 Kilo Tiefkühlkost im Jahr 2019, ein Plus von 600 Gramm im Vergleich zum Vorjahr.
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Pro Kopf verbrauchten Konsumenten 46,9 Kilo Tiefkühlkost im Jahr 2019, ein Plus von 600 Gramm im Vergleich zum Vorjahr.

Im Außer-Haus-Markt ist der Absatz an Tiefkühlprodukten deutlich stärker angestiegen als im Gesamtmarkt. Diese Daten für das Jahr 2019 legt das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti) vor. Demnach stieg der AHM-TK-Absatz um 2,5 Prozent – ein Marktanteil von 51,5 Prozent. Anfang März 2020 hat sich der Trend umgekehrt.

Der erhöhte Absatz 2019 entspricht einem AHM-Umsatzplus von 4,4 Prozent von 6,77 auf rund 7,07 Milliarden Euro. Das Umsatzplus im Gesamtmarkt liegt mit 4,1 Prozent knapp darunter. Die jährliche Absatzstatistik des Deutschen Tiefkühlinstitutes (dti) weist eine Gesamtabsatzmenge 2019 von 3,83 Millionen Tonnen (Vj. 3,77 Mio. t) aus, davon 1,97 Millionen Tonnen im Außer-Haus-Markt. Pro Kopf konsumierten Verbraucher in Deutschland 2019 im Schnitt 46,9 Kilo TK-Produkte, 600 Gramm mehr als im Vorjahr.

Burger-Boom beflügelt TK

Erfolgreiche Gastronomiekonzepte in der Schnellgastronomie, aber auch im Bereich der Bediengastronomie erzeugten Zuwächse zum Beispiel durch den anhaltenden Burger-Boom, resümieren die dti-Analysten. Zugelegt habe jedoch auch der Bereich Frühstück außer Haus. Mehr Nachfrage und der Wunsch nach höherer Qualität und Vielfalt stelle die gastronomischen Betriebe vor große betriebswirtschaftliche und personelle Herausforderungen, wird argumentiert, weshalb TK-Produkte gut unterstützen könnten. Sie sorgten für gleichbleibende Qualität, Gelingsicherheit und Frische. Zudem könnten sie flexibel und nach Bedarf portioniert eingesetzt werden.

Corona-Gewinner LEH?

Die Nachfrage nach Tiefkühlkost im Lebensmittelhandel hat seit Anfang März (11. KW) zum Teil im zweistelligen Bereich angezogen. Das dti geht hier von einer temporären Erscheinung aus, unter anderem, weil die TK-Lagerkapazitäten in den Haushalten begrenzt seien und erst wieder verbraucht werden müssten, bevor nachgekauft werde. Durch das Erliegen des öffentlichen Lebens versorgen sich mehr Menschen zu Hause – durch Homeoffice, geschlossene Schulen und Kitas sowie fehlende Ausgehmöglichkeiten. TK-Heimdienste berichten von zum Teil verdoppelten Online-Bestellungen sowie mehr Neukunden.
Drastisch eingebrochen ist laut dti der Verbrauch außer Haus. Dies treffe neben den Restaurants auch die TK-Hersteller hart, die für die Gastronomie produzieren. Das dti geht davon aus, dass sich über das Gesamtjahr 2020 ein Rückgang des TK-Absatzes im AHM manifestieren wird.

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