Nach Internorga-Verschiebung

Technik-Aussteller erleichtert, aber unter Druck

Hamburg Messe und Congress / Nicolas Maack

Die Hersteller für Großküchentechnik in Deutschland zeigen sich insgesamt erleichtert über die Entscheidung, die Internorga zu verschieben. Sie drängen jedoch darauf, den Ersatz-Termin möglichst bald zu erfahren, um neu zu planen.

"Am liebsten wüssten wir spätestens morgen Bescheid, wann die Internorga stattfinden soll", äußert sich Rational-Direktor Marketing-Kommunikation DACH Christian Frieß. Je schneller man in die Planungen einsteigen könne, um so besser ließen sich die Investitionen im hohen sechsstelligen Bereich sozusagen verschieben und "retten", ist er überzeugt.

Seit dem vergangenen Wochenende hatte sich die Dynamik rund um die Leitmesse der Gastro- und Hospitality-Branche Internorga verschärft. "Seit Freitag ist die Absagequote großer Kunden angestiegen." Viele Gastroketten beispielsweise hätten ihren Mitarbeitern den Messebesuch aus Sicherheitsgründen untersagt. "Wir sammeln jetzt so viele informationen wie möglich und versuchen zu stoppen, was noch geht." 60 bis 80 Mitarbeiter entsendet Rational nach Hamburg, hinzu kommen Logistiker und Dienstleister wie der Messebauer. Zufrieden ist Frieß mit der Kommunikation der Messeverantwortlichen.

Produktionsausfall vermeiden

In täglichem Austausch mit der Projektleitung der Internorga aufseiten der Hamburg Messe steht auch Michael Mayer. Für den Geschäftsführer von Meiko Deutschland steht die Gesundheit an erster Stelle. Viele Reisen von Mitarbeitern seien bereits gecancelt worden. Letztlich gehe es auch darum, die Produktion nicht durch Infektionen zu gefährden, die von Reisen oder Messen mitgebracht werden könnten. Ähnlich wie bei den Landsberger Gartechnik-Spezialisten stand auch bei Meiko im Raum, selbst die Internorga-Teilnahme abzusagen. 

"Wir begrüßen die Entscheidung der Messe und haben großen Respekt davor", kommentiert er die aktuelle Lage. "Kunden aus dem Care-Segment, dem Catering und auch Händler hatten bereits ihren Besuch abgesagt." Nun hofft Mayer, dass die Internorga vielleicht im September oder Oktober nachgeholt werden kann. Einiges ließe sich dann organisatorisch und kostenbezogen verschieben. Vieles besonders im Hinblick auf eigene Events rund um die Messe müsse jedoch nun einzelvertraglich geprüft werden. 

In der Tat, ist die spannendste Frage aktuell, wann die Internorga stattfinden wird. "Ein Termin im August, wenn es der Terminkalender der Hamburg Messe am leichtesten zuließe, wäre für uns ähnlich schlecht wie ein Festhalten am Märztermin", ist Lennart Mogk überzeugt. "Dann müssen wir damit rechnen, dass die Urlaubszeit viele vom Messebesuch abhält." Auch der Marketing-Chef der Hupfer Metallwerke möchte selbstverständlich die Ansteckungsrisiken möglichst gering halten. Dennoch gibt er zu bedenken, dass man Mitarbeitern auch nicht verbieten könne, Fußballstadien oder Konzerte zu besuchen.

"Für uns ist die Internorga ein jährliches Highlight, auf das wir alle hinarbeiten", zeigt er sich durchaus auch enttäuscht über die Verschiebung. "Aber letztlich ist es sicherlich die richtige Entscheidung", ergänzt er. Nun müsse man schauen, wie kulant sich Hotels, Caterer und Messebauer zeigen könnten. Kosten für Messebau und angemietete Geräte seien natürlich bereits angefallen. In Asien hat das Coronavirus ebenfalls "zugeschlagen". Die Food&Hotel Asia (FHA) in Singapur wurde verschoben. Sie sollte bereits Anfang März stattfinden. "Unsere Ausstellungsgeräte lagern jetzt dort ein bis zum neuen Termin". Wie hoch der finanzielle Schaden durch die verschobenen Messen für die Großküchentechniker ausfällt, kann zurzeit noch keiner absehen.


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