Metro

Mögliche Übernahme durch Sysco

Ein amerikanischer Großkonzern soll Interesse an der Übernahme der Metro haben.
Imago Images/ Schöning
Ein amerikanischer Großkonzern soll Interesse an der Übernahme der Metro haben.

Der US-amerikanische Lebensmittellieferant Sysco soll Gerüchten zufolge Interesse an einem Kauf des deutschen Großhändlers Metro haben. Das berichten US-amerikanische und deutsche Wirtschaftszeitschriften. Mit der Übernahme könnten sich die Amerikaner als Wettbewerber von Transgourmet und Chefs Culinar auf dem deutschen Markt platzieren.

Erste Gespräche zwischen Sysco und dem Metro-Management um CEO Olaf Koch und CFO Christian Beer soll es bereits im September 2019 gegeben haben. Der US-amerikanische Lebensmittellieferant, der unter anderem Restaurants, Krankenhäuser und Universitäten beliefert, hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 60 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet. Mit der Übernahme der Metro könnte Sysco sein bisher auf die USA, Kanada sowie die europäischen Länder Großbritannien, Irland, Spanien, Frankreich und Schweden beschränktes Geschäft weiter ausbauen. Zudem betreibt das Unternehmen bisher keine eigenen Filialen, was sich mit dem Kauf der Metro ebenfalls ändern würde.

Laut einem Bericht der Lebensmittelzeitung bekundigten die Metro-Aktionäre der Meridian Stiftung und der Beisheim Holding bereits Interesse an einem Zustandekommen des Deals. "Meridian und Beisheim würden sich ein mögliches Angebot in jedem Fall anschauen", sagt eine Sprecherin. Bisher habe Sysco aber keine Gespräche mit den beiden Organisationen geführt. Meridian und Beisheim halten zusammen rund 23,06 Prozent der Unternehmensanteile.

Erst im Sommer 2019 hatte der tschechische Milliardär und Metro-Aktionär Daniel Kretinsky dem deutschen Großhändler ein Übernahmeangebot von 16 Euro pro Stamm- und 13,80 Euro pro Vorzugsaktie angeboten. Dieses war von der Metro-Geschäftsführung jedoch abgelehnt worden. Kretinsky hält aktuell mit seiner Investmentgesellschaft EP Global Commerce rund 29,9 Prozent der Unternehmensanteile.

Bereits verabschiedet hat sich die Metro von ihrer angeschlagenen Einzelhandelskette Real. Der Verkauf an den russischen Investor SCP wurde diese Woche auch von der EU-Kommission in Brüssel durchgewunken. SCP kündigte an, den Großteil der 276 Real-Märkte an Mitbewerber aus dem LEH zu verkaufen. Knapp 50 Märkte will der Investor in den nächsten zwei Jahren weiterbetreiben, weitere 30 sollen geschlossen werden.

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