Nach Sanierung

Kahla Porzellan geht an Investor

Für Design und Materialinnovationen wurden die Kollektionen von Kahla mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ab September geht es für das Thüringer Unternehmen unter der Führung eines neuen Eigentümers weiter.
Kahla
Für Design und Materialinnovationen wurden die Kollektionen von Kahla mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ab September geht es für das Thüringer Unternehmen unter der Führung eines neuen Eigentümers weiter.

Nach 26 Jahren übernimmt ein Investor die Lifestylemarke Kahla und das Porzellanwerk in Thüringen. Günther Raithel und Sohn Holger Raithel haben aus einem maroden Kombinatsbetrieb ein zukunftsfähiges Unternehmen entwickelt. 

Die Geschichte von Kahla sei geprägt von beispiellosen Investitionen in moderne Technologien, von der kompromisslosen Integration der Nachhaltigkeitsstrategie "Kahla pro Öko", von preisgekrönten Designkollektionen und patentierten Materialinnovationen, von kreativer Nachwuchsförderung und starken regionalen und internationalen Allianzen. Über 100 Design-, Innovations- und Ökologieauszeichnungen wurden Kahla durch internationale Fachgremien verliehen.

Dank an Mitarbeiter

"Wer sich noch erinnert, in welchem katastrophalen Zustand sich das Porzellanwerk im Saaletal befand, als ich es im Jahr 1993 übernahm, wird verstehen, dass ich mit Stolz auf die vergangenen Jahre zurückblicke. Bis zum heutigen Zeitpunkt flossen 35 Millionen Euro in die Modernisierung der Kahla/Thüringen Porzellan GmbH, ein Großteil davon in den Maschinenpark, in Robotik und in Ressourcen- und Umweltschutz. Die größte Rolle des Erfolgs allerdings spielten die 250 engagierten Mitarbeiter, die zum Teil bereits seit über 40 Jahren mit Hingabe und Fleiß für Kahla Porzellan kämpfen", fasst Günther Raithel zusammen.
"Den Umsatz von ursprünglich 12 Millionen Euro pro Jahr steigerten wir sukzessive und im Jahr 2014 sogar auf 30 Millionen Euro", berichtet Holger Raithel, seit 2005 geschäftsführender Gesellschafter der Kahla/Thüringen Porzellan GmbH.

Insolvenz in Eigenverwaltung im März

In den Jahren 2017 und 2018 scheiterte ein internationales Großprojekt, in das Kahla mehrere Millionen Euro investiert hatte. Die daraus resultierenden finanziellen Schwierigkeiten führten am 10. März 2020 in eine Insolvenz in Eigenverwaltung, die mit dem Verkauf der Kahla/Thüringen Porzellan GmbH im September 2020 abgeschlossen wird.

Während der Eigenverwaltungsphase, die Holger Raithel und Rechtsanwalt Dr. Jürgen Wallner, Kanzlei WallnerWeiß, gemeinsam mit dem Sachwalter Kai Dellit von der Kanzlei hww leiteten, erzielte Kahla trotz Corona-Schließungen über Plan liegende Umsätze und positive Ergebnisse. Starke Onlineverkäufe und ein virtueller Porzellanmarkt kompensierten Umsatzrückgänge aus dem internationalen Handel.

Unter der Firmierung Porzellanmanufaktur Kahla/Thüringen GmbH übernimmt Daniel Jeschonowski, Geschäftsführender Gesellschafter der Senator GmbH, im September 2020 das Porzellanwerk in Kahla.

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