Nestlé 1. Quartal

Umsatz leicht rückläufig, AHM-Sparte bricht ein

Nestlé-CEO Mark Schneider.
Nestlé
Nestlé-CEO Mark Schneider.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé veröffentlicht seine Umsätze für die ersten drei Monate des Jahres. Dabei weist das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 20,8 Milliarden Schweizer Franken (CHF) aus, das entspricht einem Minus von 6,2 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2019. Vor allem in der Außer-Haus-Sparte Nestlé Professional sind die Folgen der Coronakrise zu spüren.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sieht sich Nestlé insgesamt auf Kurs. "Im ersten Quartal entwickelte sich unser Unternehmen weiterhin stabil – dank unseres diversifizierten Produktportfolios und unserer starken lokalen Verankerung in 187 Ländern", sagte Nestlé CEO Mark Schneider. Die Krise sei jedoch noch lange nicht vorbei und man werde in den kommenden Quartalen weiterhin mit vielen Unsicherheiten zu kämpfen haben.

Im Quartalsbericht arbeitet Nestlé die ersten sichtbaren Folgen der COVID-19-Krise heraus. Dazu gehören:
  • In allen Märkten kam es zu einer signifikanten Verschiebung vom Außer-Haus- zum Heimkonsum. Die AHM-Kanäle verzeichneten ein negatives Wachstum, mit deutlichen Umsatzrückgängen bei Nestlé Professional, Wasserprodukten und den Nespresso-Boutiquen.
  • Insbesondere Nordamerika und Europa verzeichneten im März ein deutlich stärkeres Wachstum, teilweise unterstützt durch die Vorratskäufe der Konsumenten. China verbuchte einen starken Umsatzrückgang. Dies führt man zurück auf die Bewegungseinschränkungen fast während des gesamten Quartals, die begrenzte Vorratshaltung der Konsumenten und das relativ höhere Gewicht der Außer-Haus-Kanäle.
  • Wesentliche Produkte des Alltags verzeichneten eine erhöhte Nachfrage. Fertiggerichte und Produkte für die Küche, Purina Produkte für Heimtiere, Kaffee und Nestlé Health Science-Produkte verzeichneten ein verstärktes Wachstum.

Zone EMENA: Nestlé Professional verliert zweistellig

Für die Region Europa, Naher Osten und Nordafrika (EMENA) betrug der publizierte Umsatz 5,3 Milliarden CHF – noch ein kleines Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. EMENA verbuchte ein hohes einstelliges organisches Wachstum mit breit abgestützten Marktanteilsgewinnen in den meisten Kategorien und Regionen. Deutschland, Russland, Israel und Spanien verzeichneten ein besonders starkes Wachstum.

Fertiggerichte und Produkte für die Küche, Kaffee, Heimtiere und Säuglingsnahrung verzeichneten zweistellige Zuwachsraten. Kulinarisches erfuhr eine erhöhte Nachfrage in allen Segmenten, insbesondere Maggi und vegetarische und vegane Angebote der Garden-Gourmet-Linie. Bei Kaffee resultierte ein verstärktes Wachstum, unterstützt durch Starbucks-Produkte und Nescafé. Wasser verbuchte ein negatives Wachstum, aufgrund von AHM-Umsatzrückgängen. Nestlé Professional meldete einen zweistelligen Umsatzrückgang.

Ausblick: vorläufig an Zielen festhalten

Da es noch zu früh sei, die vollen Auswirkungen von COVID-19 zu beurteilen, hält Nestlé am ursprünglichen Ausblick für das Gesamtjahr 2020 vorläufig fest. Man erwarte eine weitere Verbesserung des organischen Umsatzwachstums und der zugrundeliegenden operativen Ergebnismarge, heißt es seitens des Unternehmens. Steigerungen werden sowohl beim zugrundeliegenden Gewinn je Aktie zu konstanten Wechselkursen als auch bei der Kapitaleffizienz erwartet.



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