Rational AG

Umsatz-Schub und Gewinnerholung 2021

Die Lage am Markt wird nach Einschätzung von Rational Vorstandsvorsitzendem Peter Stadelmann weiterhin volatil bleiben.
IMAGO / DeFodi
Die Lage am Markt wird nach Einschätzung von Rational Vorstandsvorsitzendem Peter Stadelmann weiterhin volatil bleiben.

Großküchenausstatter Rational macht wieder gute Geschäfte. Die anziehende Nachfrage aus Gastronomie und Hotellerie hebt die Umsätze 2021 deutlich nach oben, wie das Unternehmen in Landsberg am Lech berichtet.

Nach schwierigen Corona-Zeiten meldet Gartechnik-Primus Rational einen spürbaren Aufschwung mit Umsatzplus im Jahr 2021 aufgrund einer anziehenden Nachfrage aus Gastronomie und Hotellerie. Deutlich mehr Umsatz habe zu einem besseren Ergebnis geführt. Damit traf der Konzern zwar seine eigenen günstigsten Prognosen, allerdings bremsten die aktuellen Versorgungsengpässe den Jahresendspurt, wie Rational am Donnerstag in Landsberg am Lech mitteilte.

Hohes Auftrags-Niveau, solide Erträge

Konzernchef Peter Stadelmann blickt dennoch zuversichtlich in das neue Jahr, denn der Auftragsbestand beim Unternehmen liegt den Angaben zufolge auf Rekordniveau. Einen konkreten Ausblick auf 2022 blieb er vorerst jedoch schuldig.

Die Jahreszahlen des Konzerns hätten weitestgehend im Rahmen der Erwartungen gelegen, ergänzte der Analyst. Er zeigte sich wenig überrascht, da das Management ohnehin auf seinem Kapitalmarkttag im Dezember bereits angedeutet habe, das obere Ende seiner eigenen Prognose zu erreichen. Mit Blick auf das vierte Quartal bemängelte der Analyst allerdings die schwachen Margen, wenngleich das Wachstum der Erlöse solide gewesen sei.

Als Anbieter von Dampfgarern und anderen Küchengroßgeräten war Rational zusammen mit der Gastronomie in der Corona-Pandemie zunächst stark unter Druck geraten. Nach Ende der Lockdowns in vielen Ländern kam aber im vergangenen Jahr Zug um Zug wieder Schwung in das Geschäft. Das Unternehmen profitiert nach eigenen Angaben davon, dass viele Kunden Investitionen nachholen, die sie zuvor wegen der Pandemie zurückgestellt hatten. Auch werden den Angaben zufolge wegen der Materialengpässe Bestellungen vorgezogen. Positiv auf das Bestellverhalten wirken sich auch staatliche Förderprogramme aus.

Verbesserte Marge steigert Gewinn

Vorläufigen Berechnungen zufolge kletterte der Konzernumsatz 2021 im Vergleich zum pandemiebelasteten Vorjahr um 20 Prozent auf knapp 780 Millionen Euro. Regional gesehen verzeichnete der Konzern in Lateinamerika den stärksten Anstieg, aber auch in Nordamerika und Deutschland zog der Umsatz kräftig an.

Trotz Umsatztiefs bewegte sich der Global Player jedoch immer im Gewinnbereich. Für 2021 erwartet das Management vor Finanzergebnis und Steuern (Ebit) nun einen Gewinn von gut 160 Millionen Euro nach knapp 107 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die entsprechende operative Marge dürfte sich von 16,4 auf 20,5 Prozent verbessert haben. Damit liegt sie allerdings leicht unter den Markterwartungen.

Lieferengpässe seit September spürbar

Dem Konzern zufolge drückten die stark gestiegenen Materialkosten auf die Profitabilität. Rational hatte demnach ab September zunehmend mit den weltweiten Lieferengpässen zu kämpfen. Vor allem fehlte es an elektronischen Bauteilen. Weil zugleich der Auftragseingang Höchstwerte erreichte, verlängerten sich die Lieferzeiten. Rational habe deshalb seine Preise weltweit im Schnitt um 6 Prozent angehoben, sagte Firmenchef Stadelmann. Auch behalf sich Rational, indem ein Teil der Produkte bis auf die fehlenden Komponenten fertiggestellt wurde und an die Überseelager verschickt wurde.

"Vor Ort werden dann die Geräte von lokalen Technikern komplettiert", erläuterte der Rational-Chef. Die fehlenden Bauteile würden dazu per Luftfracht nachgesendet. Der Manager rechnet für 2022 mit einer weiterhin "höchst volatilen" Lage bei der Materialbeschaffung. Er zeigte sich angesichts der starken Auftragslage aber zuversichtlich für das neue Jahr. Den genauen Ausblick will Rational zur Vorlage der endgültigen Jahreszahlen am 24. März präsentieren. Dann wird unter anderem auch der Dividendenvorschlag veröffentlicht.

Bewegung hatte es 2021 auch im Rational-Mangement gegeben. Einen Personal-Swap im Bereich Großküchentechnik: Nach zehn Jahren bei Rational hatte der Executive Vice President DACH und Geschäftsführer der Rational Deutschland GmbH, Oliver Frosch, beschlossen, das Unternehmen zu verlassen. Sein Nachfolger Thomas Pfeiffer kommt von Winterhalter. Er war von 2013 bis 2017 Geschäftsführer der Winterhalter Deutschland GmbH, bevor er ab 2018 die weltweite Gesamtverantwortung der Vertriebs-, Marketing- und Serviceorganisation in der Winterhalter-Gruppe übernahm.
Über Rational
1973 in Landsberg am Lech startet Rational die Erfolgsgeschichte seiner thermischen Gartechnik. Ab 1976 revolutioniert der erste Rational-Dampfgarer das Kochen in Profi-Küchen. Seit 2000 ist das Unternehmen an der Börse. Der globale Umsatz des Marktführers lag 2020 laut gvpraxis-Ranking bei 650,0 Mio. Euro (-23,0 %). In Deutschland sank der Umsatz unter Einfluss der Corona-Pandemie von 99,6 Mio. Euro 2019 auf 84 Mio. Euro (-16 %). Nun meldet der Großküchengartechnik-Profi für das zweite Pandemiejahr ein Umatzplus von 20 Prozent auf knapp 780 Millionen Euro. Produziert wird in Landsberg am Lech und Wittenheim in Frankreich. Rational zählt weltweit 31 Tochtergesellschaften, ist in 120 Ländern präsent und beschäftigt weltweit über 2.300 Mitarbeiter, davon 1.100 in Deutschland.


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