Chefs Culinar

Übernimmt Berliner Großhandels-Unternehmen

Großverbraucher-Player Chefs Culinar übernimmt das in Berlin ansässige mittelständische Großhandels-Unternehmen Emil Roloff und stärkt damit seine Kapazitäten im Großraum Berlin. Roloff ist insbesondere auf Wild, Geflügel und Fleisch sowie Obst und Gemüse spezialisiert.
Mit dem Deal legt Chefs Culinar im Wettbewerb mit Branchenprimus Transgourmet nach, der sich nach jahrelangem Kopf-an-Kopf-Rennen nicht zuletzt mittels Zukäufen an die Spitze setzte, darunter als jüngste Akquisition der Erwerb von Frischeparadies. Auch investiert die Coop-Schweiz-Tochter massiv in eine Zustelloffensive der nun verknüpften GV- und C+C-Linien. Für Chefs Culinar heißt die Devise, Anstrengungen und Investitionen zu verstärken.

"Auf dem deutschen Markt ist mindestens Platz für eine Nummer eins und eine Nummer zwei, denn Zustellung ist ein Wachstumsmarkt", betonten die drei Chefs Culinar-Geschäftsführer Hans-Gerd Janssen, Peter Wenzel und Dirk Lütje gegenüber der Lebensmittel Zeitung (dfv Mediengruppe). Für kleine Mittelständler werde es angesichts der verschärften Konsolidierung der GV-Zustellbranche jedoch immer enger werden.

"Wir wachsen aus eigener Kraft mit einem Umsatzplus von mehr als 10 % stärker als der Markt", betont Janssen, der den Vertrieb und die Region West verantwortet. Das Familienunternehmen erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen reinen Deutschlandumsatz von 2 Mrd. € netto.

Seit drei Jahren agiert das Unternehmen, ein Zusammenschluss der Mittelständler Jomo in Weeze und Citti in Kiel sowie den Töchtern Jomo-Citti und Ringel, unter der Dachmarke Chefs Culinar. Die Kieler haben vor allem die Frische und die Eigenmarkenrange auf nun 1.700 Produkte erweitert, neue Kunden hinzugewonnen und bauen die Strukturen aus. "Chefs Culinar investiert im Inland 2016 und auch 2017 jeweils rund 100 Mio. € vor allem in die Logistik und unseren Service", sagt Geschäftsführer Wenzel. So würden die Umschlagslager ausgebaut, zwei neue seien 2016 dazugekommen.

Mit acht Niederlassungen und 23 Stützpunkten ist der Mittelständler bundesweit aufgestellt und verstärkt die regionale Präsenz. Im Zuge dessen hat man die über Streckenlieferanten erfolgte Obst- und Gemüse-Beschaffung selbst in die Hand genommen und dafür eigene Lager in den Niederlassungen aufgebaut.

Auch im Ausland will das Unternehmen wachsen und baut seine fünf Märkte Dänemark, Schweden, Polen, Österreich und die Niederlande mit derzeitigem Umsatzanteil von 25 % aus. "Dort haben wir noch viel Potenzial, in Zukunft wird unser Auslandsgeschäft genauso groß sein wie unser Inlandsgeschäft", erklärt das Manager-Trio.

www.chefsculinar.de





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