Wholesale 360

Metro fokussiert HoReCa

Die Metro-Zentrale in Düsseldorf
Metro AG
Die Metro-Zentrale in Düsseldorf

Neue Umsatzpotenziale will der Großhändler bei seiner Kernkundengruppe ausschöpfen. Unterstützen soll der Wholesale-360-Ansatz. 

Die Segmente HoReCa (Hotels, Restaurants, Caterer) und Trader, sprich unabhängige Händler, rücken nun verstärkt in den Fokus der Gruppe. Wholesale 360 bietet ein breites Portfolio an Produkten, Beratung, digitalen Tools, Dienstleistungen und Equipment sowie einen Online-Marktplatz (siehe Infobox). 
„Wir wollen unsere Profikunden dabei unterstützen, ihren Geschäftsalltag effizienter zu bewältigen – in allen relevanten Bereichen“, sagt Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro AG. „Nehmen wir zum Beispiel das Gastgewerbe in Deutschland: Die größten Herausforderungen für die Unternehmer sind die schwierige Suche nach Mitarbeitern, steigende Betriebs- und Personalkosten sowie höhere Auflagen. Unter dem Dach von Wholesale 360 bauen wir sukzessive unser Angebot an nachhaltigen Lösungen mit wirtschaftlichem Mehrwert für unsere Kunden aus und optimieren gemeinsam mit ihnen die Betriebsabläufe.“

Metro setzt dabei gezielt auf Partnerschaften. „Gastronomen geben heute ungefähr ein Drittel ihres Budgets für Waren aus: Lebensmittel, Reinigungsmaterial, Equipment. Das heißt, zwei Drittel der Ausgaben gehen in Bereiche außerhalb des heutigen Kerngeschäfts von Metro“, sagt Olaf Koch. Deshalb möchte das Unternehmen auch in den übrigen Segmenten das Umsatzpotenzial ausschöpfen. 

Wholesale 360
Das Konzept besteht aus sechs Themenfeldern:
  • Produkte (Lebensmittel, die auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten sind, Beispiel: Metro Chef Gourvenience)
  • Beratung (Investition in Beratungskompetenz der 6.500 Kundenmanager)
  • digitale Tools (über die Metro Gesellschaft Hospitality Digital)
  • Marktplatz (Metro Markets als Online-B2B-Marktplatz, Non-Food-Sortiment)
  • Dienstleistungen (Unterstützung bei finanziellen Engpässen)
  • Equipment (Kooperation mit Pentagast)

Real steht noch immer zum Kauf

Unterdessen bereitet Metro den Verkauf der Marke Real vor. Derzeit steht X+Bricks ganz oben auf der Liste der Kaufinteressenten. Hinter dem Konsortium steht laut lebensmittelzeitung.net SCP, ein finanzkräftiger Investor. Zuvor war Redos im Gespräch, die Übernahme bereits beim Kartellamt angemeldet. Ein Teil der 277 Standorte sollte an Real-Wettbewerber gehen, 50 bis 60 Standorte sollten mit Metro weiterbetrieben werden. Ein Kaufvertrag mit X+Bricks soll bis Ende Januar stehen. Auch mit diesem Partner möchte Metro einen Teil der Supermärkte weiterbetreiben. Der Rest soll in Pakete für die Konkurrenz geschnürt werden. Ebenso soll das Geschäft in China bald abgestoßen werden. 

Geschäftszahlen 2018/19

Die Metro AG vermeldete für das vergangene Geschäftsjahr einen Ergebnisrückgang. Inklusive der Real-Sparte sei sogar ein Verlust angefallen, berichtet lebensmittelzeitung.net weiter. Flächenbereinigt ist der Umsatz laut Geschäftsbericht 2018/19 um 2,4 Prozent gestiegen. Inklusive China-Business machte das Plus 1,5 Prozent aus, der Umsatz liegt demnach bei 29,9 Mrd. Euro. 

Der flächenbereinigte Umsatz im Segment Metro Wholesale stieg um 2,4 Prozent und ist laut Metro das höchste Wachstum der vergangenen zehn Jahre. 


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