Fachmesse Euroshop

Der Handel der Zukunft

Frisch zubereitet: Mit "Think Fresh" stellte Aichinger eine modulare und kompakte Produktionsküche vor, mit der Händler Speisen frisch herstellen und anschließend im Convenience-Bereich oder in Kühltheken verkaufen können.
Aichinger
Frisch zubereitet: Mit "Think Fresh" stellte Aichinger eine modulare und kompakte Produktionsküche vor, mit der Händler Speisen frisch herstellen und anschließend im Convenience-Bereich oder in Kühltheken verkaufen können.

Kontaktloses bezahlen, Supermärkte ohne Kassierer und Warenregale, die ihre Bestände selbst melden: Fünf Tage lang präsentierte die Fachmesse Euroshop in Düsseldorf neue Perspektiven für den Handel der Zukunft. Insgesamt 94.000 Fachbesucher kamen an den Rhein, um sich über das in 16 Messehallen gezeigte Spektrum an Produkten und Trends zu informieren. Wegen des Corona-Virus gab es einige Absagen.

Ohne Smartphone lief auf der Euroshop nichts. Nicht nur als Kommunikationsmedium der Messebesucher spielte es eine Rolle – auch beim Einkaufen wird es künftig immer wichtiger. Beim Rundgang durch die Messehallen wurde eindrücklich klar: Der technologische und gesellschaftliche Wandel ist im Handel deutlich spürbar. Megatrends wie Digitalisierung, Urbanisierung und Individualisierung verändern das Einkaufsverhalten der Kunden massiv und damit stellt sich auch die Frage, welche Rolle der stationäre Handel künftig spielen wird.

Rund 2.300 Aussteller aus 57 Nationen gaben in Düsseldorf Antworten auf neue Herausforderungen und zeigten, wie sich die Branche gegenüber der starken Online-Konkurrenz behaupten kann. "Es wird in Ladenbau investiert und in die Schaffung von Erlebniswelten", beobachtet Michael Gerling, Vorsitzender des Euroshop Beirats und Geschäftsführer des EHI Retail Institut in Köln. "Darüber hinaus boomt die Digitalisierung im Handel. Sie ermöglicht es einerseits, dem Kunden noch mehr Services anzubieten, andererseits vereinfacht sie Prozessabläufe, Logistik und vieles mehr."

Shop-Formate mit Self Scanning

Am Stand von Wanzl ließ sich live erleben, wie sich das Einkaufen verändern wird. Das Unternehmen zeigte gleich mehrere kassenlose Shop-Formate mit Self Scanning, mit denen sich kurzfristiger Einkaufsbedarf rund um die Uhr decken lässt. Bereits im Praxistest ist der "Container Mobile Store", ein flexibel gestaltbarer Kleinstshop, der in der Leipheimer Wanzl-Zentrale als Mini SB-Kantine bzw. als Lösung zur Zwischenverpflegung zum Einsatz kommt und auch bei Tegut in Fulda getestet wird.

Die Kunden erhalten Zutritt mittels einer Kundenkarte oder via App auf ihrem Smartphone und scannen die von ihnen ausgewählten Produkte selbsttätig. Dann gehen sie zur Self Check-Out-Kasse oder bezahlen via Kreditkarte / Paypal. Sobald der Bezahlvorgang abgeschlossen ist, kann der Shop mit Hilfe eines QR-Codes verlassen werden. „Die Einsatzbereiche des Konzeptes sind vielfältig. Er kann für den schnellen Einkauf an hochfrequentierten Plätzen wie Universitäten oder Firmen, aber auch zur Versorgung in ländlichen Gegenden genutzt werden“, so Jörg Fähnle, Leiter Operations Management bei Wanzl.
Zu den Trend-Themen der Euroshop gehörte auch die Gastronomie. Wie sich mit Gastro-Kompetenz im Handel Zusatzerträge generieren lassen, zeigte der Multispezialist Aichinger mit vier verschiedenen Kleinflächenkonzepten, die am Stand im Livebetrieb präsentiert wurden. Neben einem Kaffee-Konzept, einem Deli mit Salaten, Pizza und Sandwiches und einem Beef-/Grillkonzept stellte Aichinger auch eine vernetzte Produktionsküche vor, mit der Händler Speisen frisch herstellen und anschließend im Convenience-Bereich oder in Kühltheken verkaufen können.

Kompakt-Konzepte

"Unsere Foodkonzepte und die Küchentechnik sind gelingsicher für die Anforderungen im LEH entwickelt", erklärte Urs Bischof, Gastro-erfahrener Leiter des neu gegründeten Geschäftsbereiches Food-Service bei Aichinger. Die vorgestellten Kompakt-Konzepte seien "Plug & Play-Lösungen" und lassen sich ohne viel Aufwand umsetzen und auch von ungelernten Kräften bedienen. Das Interesse an den vorgestellten In-Shop-Gastronomielösungen war riesig. "Wir haben damit voll ins Schwarze getroffen. Auch bei Kunden aus den Bereichen Fashion, Buchhandel oder Tankstellen war die Nachfrage groß", freute sich Bischof, dessen Erwartungen auf der Messe weit übertroffen wurden.

Insgesamt gesehen gehörte das Thema "Handelsgastronomie" zwar zu den acht Schwerpunkten der Euroshop, doch es gab überraschend wenig Anbieter, die die Verknüpfung von Gastronomie und Retail mit speziellen Konzepten gestalteten und konkrete Lösungen zeigten. Da ist noch Luft nach oben.

Die nächste Euroshop findet vom 26. Februar bis zum 2. März 2023 in Düsseldorf statt.

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