Profiforum Vegan

Konzepte für "plant-based"-Angebote

Gut besucht: die Veganfach in Köln mit dem Profiforum Vegan am 2. November.
Koelnmesse/
Gut besucht: die Veganfach in Köln mit dem Profiforum Vegan am 2. November.

Sieben Referenten erläuterten am 2. November vor bis zu 150 Zuhörern, wie pflanzenbasierte Angebote in Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomie, Kita und Supermarkt umgesetzt werden können. Das Profiforum Vegan im Rahmen der Kölner Messe Veganfach erörtete, warum die vegane Lebensform Sinn macht.

Ziel der Veranstaltung von Koelnmesse und den Außer-Haus-Medien der dfv Mediengruppe ist es, "Inspiration zu geben und Know-how zu pflanzenbasierten Angeboten zu vermitteln", so Moderatorin und gv-praxis-Redakteurin Claudia Zilz. Der Begriff "plant-based food" löse das oft als dogmatisch angesehene "vegan" allmählich ab. So öffne sich der Markt für breitere Zielgruppen. "Plant-based klingt gesund, ethisch und ökologisch korrekt und doch nicht nach Verzicht", so Zilz.

Gut für Tausende und die Natur

Nachhaltig kochen für Tausende ist der gemeinsame Nenner von Wam Kat und Horst M. Kafurke. Während der promovierte Soziologe und Psychologe, Koch und Autor Wam Kat regelmäßig für zig Tausende fleischfrei und nachhaltig auf Umweltschutz-Demos kocht, ist der andere als Geschäftsführer der Betriebsgastronomie bei RWE-Tocher Innogy für 47 Mitarbeiterrestaurants verantwortlich. Dort lässt Karfurke als Teil des betrieblichen Gesundheitswesens zur Hälfte vegan-vegetarisch kochen. Während der Niederländer Kat viele Lebensmittel verwertet, die sonst weggeworfen worden wären, setzt Kafurke auf Energieeffizienz bei der Zubereitung und umfassende Ernährungs-Information für die Gäste.

Gordon Faehnrich, Bereichsleiter Business Development, Produktentwicklung und Marketing bei Backwerk, stellte das grün sortimentsoptimierte Konzept "gut für mich" vor.
Katrin Schendekehl
Gordon Faehnrich, Bereichsleiter Business Development, Produktentwicklung und Marketing bei Backwerk, stellte das grün sortimentsoptimierte Konzept "gut für mich" vor.
Seit Sommer 2018 verfolgt Backwerk-Bereichsleiter Gordon Faehnrich das sortimentsoptimierte Konzept "gut für mich". Der Verantwortliche für Business Development, Produktentwicklung und Marketing hat "Healthy Food" zum Schwerpunkt der strategischen Neuausrichtung der 2001 gegründeten SB-Bäckerei-Kette erklärt. Noch einen Schritt weiter geht die erste vegane Kita Deutschlands in Frankfurt am Main. "Makita"-Mitinitiator Lucien Coy erläuterte den Veganfach-Gästen sein pragmatisches Konzept der Reggio-Pädagogik.

Interesse wächst

Laut "Handelsmarkenmonitor 2018" interessiert sich jeder vierte Konsument hierzulande für vegetarische Lebensmittel und immerhin jeder Achte für vegane Produkte. Janika Kleine von der Berliner Albert Schweitzer-Stiftung bewertet das wachsende pflanzliche Angebot bei Discountern und Vollsortimentern "als Ansporn für die Unternehmen und Orientierung für die Verbraucher". Sie empfiehlt, pflanzenbasierte Produkte so zu bewerben, dass sie viele Gruppen ansprechen und verweist auf Studien, die belegen,"dass Verbraucher als pflanzlich beworbenen Lebensmitteln mehr Geschmack zusprechen als vegan ausgelobten." Wie sehr eine fleischfreie Teilsortimentspolitik an Boden gewinnt zeigt das Beispiel von Kai Scholand. "Wetschap your life" nennt er seine vegan-vegetarische Linie im Rewe-Markt in Mühlheim an der Ruhr. Sie macht etwa ein Prozent seines Umsatzes aus.

Um die Transparenz bei fleischfreien Produkten für die Verbraucher zu erhöhen, wünscht sich Amelie Leipprand eine DIN-Norm. Die Projektmanagerin der Abteilung Innovation beim Deutschen Institut für Normung in Berlin lud Hersteller, Händler sowie Küchenchefs zum offenen Dialog über Standards ein.

Hochkarätiges Fach-Programm

Das dreistündige Profiforum Vegan ist Teil eines vielseitigen Eventprogramms während der zweitägigen Messe. Sie bildet das gesamte Spektrum an veganen Produkten von Lebensmitteln über Kosmetik und Mode bis hin zu Möbeln und Dienstleistungen ab. Laut Koelnmesse zählte die dritte Ausgabe der für Fachbesucher und Verbraucher geöffneten Veganfach 7.200 Besucher – ein Plus von 20 Prozent zu 2017. An der Messe beteiligten sich 118 Unternehmen aus 13 Ländern. Darunter befanden sich 92 Aussteller aus Deutschland sowie 26 Unternehmen aus dem Ausland (22 %). Damit hat sich die Messe "als europäischer Top-Businessplatz in diesem Segment etabliert", heißt es.

Veganfach 2018: Europäisches Branchen-Event




stats