Verpackungsalternative

Reste verwerten, Plastik vermeiden

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Anstatt die übriggebliebenen Schalen von Krustentieren klimaschädlich zu verbrennen, will ein internationales Projekt daraus biologisch abbaubare Verpackungen für Lebensmittel produzieren – nahezu ohne Chemikalien und auf industriellem Niveau. Das Projekt Celtic Crustacean Collaboration nutzt Foodwaste und spart CO2, so der Plan.

Biologie statt Chemie, lautet das Prinzip des schottischen Start-ups Cuantec. Es hat eine Methode entwickelt, um das natürliche Polymer Chitin aus den Schalen von Langusten zu gewinnen. Ähnlich der Fermentation für Joghurt oder Bier sei der Prozess umweltfreundlich, kosteneffizient und verbrauche wenig Energie sowie rund 95 Prozent weniger Chemikalien als die herkömmliche Kunststoffproduktion, so die Angaben von Cuantec. Das Verpackungsmaterial soll haptisch "normalem" Kunststoff ähneln mit den entsprechenden Hygiene- und Frischhalte-Eigenschaften. Zudem könne es mit dem normalen Biomüll entsorgt werden. 

Umweltfreundliche Alternative

Mehrere Vorteile sehen die Verantwortlichen des internationalen Projekts Celtic Crustacean Collaboration hinter der Lösung: Es wird weniger Kunststoff auf Basis fossiler Rohstoffe produziert, es entsteht weniger Plastikmüll, Foodwaste wird genutzt anstatt entsorgt oder gar verbrannt. Mit den nicht essbaren Resten von Langusten aus dem Nordatlantik wird ein Rohstoff verwendet, der vor Ort in großen Mengen vorkommt. Das Material belaste nicht die Umwelt, da es sich innerhalb von etwa drei Monaten im normalen Haushaltskompost zersetze. Einziger Nachteil: Es wird auch unter industrieller Produktion etwas teurer bleiben als heute übliche Lebensmittelverpackungen. 

Internationale Kooperation

Geleitet wird das Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Celtic Crustacean Collaboration von Cuantec in Zusammenarbeit mit dem schottischen Meeresforschungsverband Scottish Association of Marine Science (SAMS). Mit im Boot sind zudem die irische Firma Versatile Packaging sowie Kilkeel Seafoods aus Nordirland.
Über CuanTec
Vor drei Jahren wurde das schottische Biotechnologie-Unternehmen Cuantec gegründet. Geleitet wird das Unternehmen von CEO Dr. Cait Murray-Green, der Mikrobiologin Dr. Tracy White und der Verfahrenswissenschaftlerin Industrielle Biotechnologie Sarah Connelly (MSc). Im September 2019 konnte das Start-up Investitionen von Sky Ocean Ventures ans Scottish Enterprises sichern, um sich unter anderem auch personell besser aufzustellen. Zudem hat es eine Förderung durch HIE erhalten. Ein Wirtschftsförderprogramm für den Norden und Westen Schottlands. Cuantec strebt eine Kreislaufwirtschaft an, um Abfälle aus der Verarbeitung der Fischereiindustrie sinnvoll zu nutzen.




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