Beyond Meat

Beyond Pork für China

Die beliebten Hackbällchen aus Schweinefleisch als Suppeneinlage könnten in China bald tierfreundlicher durch Beyond Pork ersetzt werden.
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Die beliebten Hackbällchen aus Schweinefleisch als Suppeneinlage könnten in China bald tierfreundlicher durch Beyond Pork ersetzt werden.

Beyond Meat bringt eine pflanzliche Version von Chinas Lieblingsfleisch auf den dortigen Markt. Das kalifornische Unternehmen präsentierte im November erstmals eine Veggie-Variante gehacktes "Schweinefleisch". Mitte November konnten Gäste in fünf Restaurants in Shanghai das neue Produkt testen.

Das pflanzliche Schweinehack soll den Geschmack der beliebten Füllung vieler asiatischer Gerichte wie Dumplings oder Frühlingsrollen imitieren. Auch als Ramen-Topping und in Gerichten wie Spaghetti und Fleischklößchen, scharfer Bolognese, Keksen und Bratensoße soll es künftig serviert werden.

Als Wurstvariante gab es plantbased Schweinefleisch von Beyond Meat bereits früher. Zur Neuheit sagte Candy Chan, General Manager des Unternehmens für China, gegenüber der Plattform CNN Business: "Wir freuen uns, Beyond Pork in China auf den Markt zu bringen und damit einen Meilenstein für Beyond Meat zu setzen." Beyond Pork sei nicht nur eine völlig neue Produktinnovation, sondern auch das erste Beyond Meat-Fleischprodukt auf pflanzlicher Basis, das speziell für den chinesischen Markt geschaffen wurde. In ihrem Statement erklärte Chan weiter: "Das exklusive Debüt des Produkts in China fördert das Engagement von Beyond Meat auf diesem wichtigen Markt".

Mega-Markt für (Veggie-)Schweinefleisch

Angesichts des hohen Verbrauchs an Schweinefleisch in China (laut OECD 31 kg/Kopf/Jahr), besticht der Beyond Meat-Vorstoß als besonders zukunftsträchtig. Könnte die jüngste Einführung von Beyond doch gerade jetzt eine willkommene Alternative für chinesische Verbraucher sein und sich auch auf den deutschen Schweinfleischmarkt auswirken. China war 2019 das wichtigste Abnehmerland deutscher Schweinefleischexporte mit einem Importvolumen von rund 777 Millionen Euro. Dies entspricht über 17 Prozent der deutschen Schweinefleischexporte. Bis zum chinesischen Importstopp im September zeichnete sich für das laufende Jahr ein ähnliches Handelsvolumen ab. Mit 15,3 Prozent Weltmarktanteil ist Deutschland drittgrößter Schweinefleischexporteur nach Spanien (15,6 %) und den USA (15,9 %).

Bevor chinesische Konsumenten aufgrund des reduzierten Angebots auf andere Fleischsorten umschwenkten, hatte Schweinefleisch nach offiziellen chinesischen Angaben etwa 70 Prozent des gesamten Fleischkonsums in China ausgemacht. 2020 konnten chinesische Schweinezüchter durch einen gewissen Aufschwung das Angebot erhöhen und die Preise senken, so Analysten der Rabobank. 

Beyond Meat-Wachstum in China ankurbeln

Das kalifornisch-stämmige Unternehmen Beyond Meat betrachtet den chinesischen Mega-Markt als entscheidend für das eigene Wachstum. Dazu hatte das Start-up bereits zu Jahresanfang laut CNN Business eine Partnerschaft mit dem chinesischen Technologieriesen Alibaba (BABA) angekündigt, um Beyond Burger in Supermärkten zu etablieren. Fuß gefasst haben Beyond Meat-Produkte seitdem auf jeden Fall im Bereich Fast-Food-Ketten wie KFC, Pizza Hut und der Yum!-Marke Taco Bell sowie mit Starbucks (SBUX). In den USA steht der Pionier für Fleischalternativen zudem in Gesprächen mit dem Fast-Food-Primus McDonald's für einen "McPlant"-Burger.

Als lokalen Lieferpartner für Restaurants hat Beyond Meat wohl den chinesischen Lebensmittelgrossisten Sinodis gewinnen können, doch haben auch andere Hersteller vegetarischer Fleischalternativen Kurs auf den chinesischen Festlandmarkt genommen, darunter etwa Impossible Foods, das sein Impossible Beef im Oktober in 200 Supermärkten in Hongkong und Singapur an den Start geschickt hat. 


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