Deutsches Tiefkühlinstitut e.V.

TK-Markt leidet unter Gastro-Einbruch

Nach einer Prognose des Deutschen Tiefkühlinstitut e.V. (dti) für den Absatz von Tiefkühlprodukten im Lebensmittelhandel und den TK-Heimdiensten in diesem Jahr wird der Markt 2020 um 7,5 Prozent wachsen. Tiefkühlhersteller und -händler, die auf den Außer-Haus-Markt (AHM) spezialisiert sind, leiden unter dem Nachfrageausfall in der Gastronomie.
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Nach einer Prognose des Deutschen Tiefkühlinstitut e.V. (dti) für den Absatz von Tiefkühlprodukten im Lebensmittelhandel und den TK-Heimdiensten in diesem Jahr wird der Markt 2020 um 7,5 Prozent wachsen. Tiefkühlhersteller und -händler, die auf den Außer-Haus-Markt (AHM) spezialisiert sind, leiden unter dem Nachfrageausfall in der Gastronomie.

Der deutsche Tiefkühlmarkt 2020 zeigt eine differenzierte Marktentwicklung aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie: während im Lebensmittelhandel (LEH) und bei den TK-Heimdiensten im Vergleich zum Vorjahr deutliche Zuwächse beim Tiefkühlumsatz und -absatz zu verzeichnen sind, leiden die Tiefkühlhersteller und -händler, die auf den Außer-Haus-Markt (AHM) spezialisiert sind, unter dem Nachfrageausfall in der Gastronomie.

Nach einer Prognose des Deutschen Tiefkühlinstitut e.V. (dti) für den Absatz von Tiefkühlprodukten im Lebensmittelhandel und den TK-Heimdiensten in diesem Jahr wird der Markt 2020 um 7,5 Prozent wachsen.

Die Verbraucher haben insbesondere in der ersten Phase der Corona-Krise auf Einkaufsgänge möglichst verzichtet und sich zugleich gerne mit lang haltbaren Lebensmitteln bevorratet. Die Produktauswahl zu Hause und die Lieferung direkt bis an die Haustür sind für viele Konsumenten in der Corona-Zeit überzeugende Leistungen der TK-Heimdienste. Diese Gründe führten zunächst in allen TK-Warengruppen zu deutlich zweistelligen Wachstumsraten, die aber derzeit langsam wieder zurückgehen.

Besonders positiv entwickelte sich der Absatz von TK-Kartoffelprodukten (+16 %), TK-Gemüse/-Kräuter (+15 %), TK-Fisch (+14 %), TK-Gerichte (+10 %) und TK-Backwaren (9 %). Beim Umsatz mit Tiefkühlprodukten im Lebensmittelhandel mit Heimdiensten in Deutschland erwartet das dti 2020 einen Zuwachs von 9 Prozent auf 9,03 Mrd. Euro (8,29 Mrd. Euro in 2019).

Ein besonders starkes Umsatzwachstum verzeichneten im ersten Halbjahr 2020 die Warengruppen TK-Gemüse/Kräuter (+19 %), TK-Fisch (+19 %), TK-Gerichte (+16 %), TK-Kartoffelprodukte (12 %) und TK-Früchte (12 %). Hervorzuheben ist, dass im 1. Halbjahr alle TK-Warengruppen im Umsatz- und Mengenplus liegen, das ist in dieser Form ein erstmalig so festzustellendes Bild. Wichtige Impulse für die TK-Sortimente kommen im LEH vor allem von den etablierten Marken, aber auch neue Produktkonzepte und neue Player geben dem Markt weiteren Auftrieb.

Gastronomieumsätze leiden

Für den Absatz von Tiefkühlprodukten im Außer-Haus-Markt, der einen Anteil von über 50 Prozent am Gesamtmarkt hat, ist eine seriöse Prognose für 2020 nur schwer möglich, da zurzeit nicht absehbar ist, wie sich das Pandemiegeschehen auf die Gastronomie im Herbst auswirken wird.

Nach Angaben des Branchenverbandes Dehoga und der Marktforscher der npdgroup liegt die derzeitige Auslastung der Gastronomie im Durchschnitt bei 70 Prozent – nach einem Einbruch auf 50 Prozent zu Beginn des Lockdowns – und erholt sich derzeit nicht weiter.
Im Gegenteil, in der kalten Jahreszeit ist eher wieder mit einem Rückgang der Gästezahlen und der Ausgaben zu rechnen. TK-Produkte können vielen Gastronomiebetrieben helfen, die Corona-Phase wirtschaftlich zu überstehen, denn sie können je nach aktuellem Bedarf eingesetzt werden, schaffen Flexibilität und Wirtschaftlichkeit. Dennoch dürfte 2020 wohl als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem der TK-Absatz im Außer-Haus-Markt erstmals eingebrochen ist.

Ein klares Bild über die Entwicklung des TK-Gesamtmarktes wird erst im Jahr 2021 vorliegen, wenn die Daten der dti-Absatzstatistik 2020 im April veröffentlicht werden, die auf einer eigenen Branchenerhebung bei den Unternehmen basieren.


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