Garden Gourmet / Nestlé

Neuer Veggie-Burger im Test

Sieht gut aus und schmeckt gut: der neue Sensational Burger von Garden Gourmet.
Nestlé
Sieht gut aus und schmeckt gut: der neue Sensational Burger von Garden Gourmet.

An Fleischalternativen scheiden sich die Geister: Während die einen jubeln, vermissen die anderen Biss und Geschmack des Originals. Nestlé hat seinem Sensational Burger nun eine neue Rezeptur verpasst, um auch die eingefleischten Burgerfans gänzlich zu überzeugen. Doch wie gut ist die Neuauflage?

FOOD SERVICE konnte den Burger vorab bei einem Presse-Event testen. In Corona-Zeiten keine einfache Angelegenheit. On top präsentierte der Schweizer Hersteller den ersten selbst entwickelten vegetarischen Thunfisch.

In zwei Wochen kommt er auf den Markt: Der neue "Sensational Burger" auf Soja-Basis der Veggie-Marke Garden Gourmet von Nestlé. Im nächsten Jahr soll zudem eine pflanzliche Thunfischalternative folgen. Der Name: "Garden Gourmet Sensational Thun-Visch". In der Schweiz ist das neue Produkt bereits an den Start gegangen. In Deutschland liegt der Fokus zunächst auf der Einführung des neuen Sensational Burgers. Nestlé hatte vorab zur Verkostung eingeladen.

Veggie-Markt wächst rasant

Die Ankündigung war groß: noch fleischiger und saftiger als je zuvor – und ganz gesund. Ein großes Versprechen. Die neue Kreation ist das Ergebnis der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Nestlé. Sieben Monate hat man am Sensational Burger 2.0 gefeilt. Doch kann er die Erwartungen erfüllen? Fakt ist, der Markt für Fleischalternativen wächst derzeit rasant. Heike Miéville-Müller, verantwortlich für die Geschäftsentwicklung bei Garden Gourmet in Deutschland, liefert Zahlen: "Allein in einem Jahr hat das Veggie-Segment ein Plus von 67 Prozent erzielt." Obwohl erst zwei Jahre am Markt, ist  Nestlé mit einem Anteil von 70 Prozent bundesweit Marktführer in der Disziplin der "rohen" pflanzlichen Burger. Im deutschen Gesamtmarkt der Veggie-Gerichte sei man mit Garden Gourmet mittlerweile die zweitstärkste Marke hinter der Rügenwalder Mühle.

Auch im Außer-Haus-Markt gewinnt das Thema stetig an Bedeutung, so Martin Sachse, Geschäftsführer von Nestlé Professional. Insgesamt elf Produkte der Marke Garden Gourmet sind hier am Start. Erst jüngst hätte man mit Contract-Caterer Eurest an innovativen Konzepten gefeilt. "60 Prozent aller Arbeitnehmer wünschen sich laut einer Umfrage fleischfreie Tage in der Betriebsgastronomie", erläutert Martin Sachse. Ein großes Potenzial. Aber auch in der Systemgastronomie wachse das Interesse an Fleischalternativen stetig.

Und der Geschmack?

Der Burger im Profil.
Nestlé
Der Burger im Profil.
Während des Gesprächs bereitet Nestlé-Chefkoch Carsten Esser bereits die Burger zu. Optisch stehen sie dem Original in nichts nach: Die neuen Sensational Burger sehen aus wie handgemacht und weisen die für Burger typische Farbe auf. Und geschmacklich? Schon der erste Bissen überzeugt: Textur und Geschmack kommen dem Original extrem nahe. Eine Punktlandung.

Eine gesunde Alternative, denn auch von den inneren Werten her kann er sich sehen lassen: Die neue Version enthält laut Chef-Entwickler Oliver Nussli weniger Fett, Salz und Kohlenhydrate, dafür mehr Ballaststoffe. Und anders als sein tierisches Pendant enthält das vegane Patty kein Cholestrol. So wird der pflanzliche Burger nach der Nährwertkennzeichnung Nutri-Score mit einem "A" bewertet, besser geht es nicht. Und: Ein 113-Gramm-Patty enthält satte 16 Gramm Eiweiß.
Natürliche Pflanzenextrakte wie Rote Beete, Karotte und Hibiskus sowie Kokosnussöl verleihen dem Sensational Burger die rosarote Farbe, die beim Braten in Braun changiert – ganz wie bei einem Rindfleisch-Burger. Das Kokosnussöl schmilzt während der Zubereitung und lässt das Patty brutzeln. Die Zutat sorgt darüber hinaus für das marmorierte Aussehen und das fleischartige Mundgefühl, erläutert Oliver Nussli, zuständig für Forschung und Entwicklung im Veggie-Bereich bei Nestlé.

Globales Entwicklerteam

Im Netzwerk der Nestlé Forschungszentren arbeitet ein großes Team aus Lebensmittelexperten und Köchen an Ideen für die vegetarische Ernährung. Der Lebensmittelhersteller investiert global 1,7 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung. Rund zehn Prozent der insgesamt 3.500 Mitarbeiter im Forschungsbereich arbeiten an Projekten rund um die pflanzliche Ernährungsweise.

"In unseren Forschungs- und Entwicklungszentren gehen Wissenschaft und Kulinarik Hand in Hand. Wir arbeiten viel mit ganz klassischen Zubereitungsmethoden, die jeder aus seiner Küche kennt", erklärt Oliver Nussli. Man habe ein eigenes "Extrusionsverfahren" entwickelt, womit der Sensational Burger noch fleischiger geworden sei. "Und wir konnten die Grundlage der Technologie auch dafür nutzen, um einen komplett veganen Thunfisch zu entwickeln", erläutert Oliver Nussli. Das Extrusionsverfahren basiere auf Temperatur, Druck und Scherkraft.

Thunfisch vom Acker

Gleicht dem Original: Veggie-Thunfisch
Nestlé
Gleicht dem Original: Veggie-Thunfisch
Die pflanzliche Thunfischalternative wurde gerade in der Schweiz eingeführt und kommt 2021 als Garden Gourmet Sensational Thun-Visch nach Deutschland. Die Neuheit soll nur sechs Zutaten enhalten, darunter Wasser, Erbsen- und Weizenproteine, Rapsöl und Salz. Die Alternative basiere ausschließlich auf natürlichen Zutaten – ohne Farb- oder Konservierungsstoffe, so Oliver Nussli. Und auch hier überzeugt der Geschmackstest: Die Alternative kommt dem Original schon recht nahe.

Gute Umsatzprognosen

Für Nestlé sind die Investitionen in pflanzliche Fleisch- und Fischalternativen ein strategischer Schritt. Noch ist der Markt überschaubar. So lag der Umsatz bei pflanzlichen Teilfertigprodukten ohne Tofu und Aufschnitt in diesem Jahr bis zur Kalenderwoche 31 bei 326 Millionen Euro – ein Plus von 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Wir gehen von einer Verdreifachung in den nächsten zwei bis drei Jahren aus", sagt Heike Miéville-Müller, Verantwortliche für das Garden-Gourmet-Geschäft hierzulande.

Wohl auch deshalb, weil viele Deutsche ihren Fleischkonsum reduzieren wollen. Gründe dafür sind laut Forsa Ernährungsreport des Bundesernährungsministeriums ein verstärktes Umweltbewusstsein, gesunder Lebensstil, Tierwohl und der Wunsch nach mehr Vielfalt auf dem Teller. Das Markt-Potenzial ist also groß und wird bundesweit auf 61 Prozent potenzielle Käufer geschätzt. Nestlé sieht sich mit ihrer Veggie-Marke Garden Gourmet und dem neuen Sensational Burger gut aufgestellt.
Über Garden Gourmet

Seit mehr als 30 Jahren entwickelt Garden Gourmet vegetarische und vegane Produkte. Die Wurzeln der Marke liegen in Israel, wo sie 1985 von Mitgliedern eines Kibbuz gegründet wurde. Die traditionelle Küche der Levante und des Nahen Ostens, die einen deutlichen Fokus auf Gerichte mit Gemüse legt, beeinflusst seither das komplett fleischfreie Sortiment von Garden Gourmet, der Veggie-Marke von Nestlé.




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