Too Good to Go

App sagt Lebensmittelverschwendung den Kampf an

Too Good to Go - zu gut zum Wegwerfen - ist der Name eines dänischen Start-ups, das sich auf die Fahne geschrieben hat, die Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle, die jährlich in Gastronomie und Handel anfallen, sinnvoll zu verwerten. Die gleichnamige App des Unternehmens soll nun auch im deutschen Markt Foodservice-Anbieter und Kunden zusammenbringen, damit abendliche Food-Reste im Magen, statt in der Mülltonne landen.
Weltweit wird rund ein Drittel aller Lebensmittel verschwendet - laut Mette Lykke, CEO von Too Good to Go, sind das mehr als 1,3 Mrd. Tonnen pro Jahr. Das will das Start-up aus Kopenhagen ändern. Die Idee: "Wir helfen Händlern und Gastronomen für ihre übrig gebliebenen Lebensmittel Käufer zu finden." Das funktioniert über eine App, in der die teilnehmenden Betreiber ihren voraussichtlichen abendlichen Überschuss schon vormittags annoncieren können. Der Kunde sieht, welche Restaurants und Läden in seiner Nähe was anbieten und kann mit einem Klick bestellen. Meistens handelt es sich um 'Überraschungsboxen', die der Händler mit dem füllt, was gerade übrig ist. "Einen bestimmten Kuchen oder eine spezielle Sushi-Box lässt sich nicht bestellen", erläutert Lykke das Konzept. 

Bezahlt wird automatisch über Kreditkarte oder Paypal. Anschließend erhält der Kunde eine Bestätigung über den Kauf und muss nur noch zu einer vorgegebenen Zeit an Ort und Stelle vorbei gehen und sein Essen abholen. In Dänemark sind vor allem Bäcker, Sushibars und Lebensmittelhändler bei Too Good to Go dabei. "Ein typischer Laden verkauft am Abend zwischen 5 und 20 Taschen mit diversen Produkten zum Preis von 2-4 €. Selbst wenn er 'nur' zehn Einheiten à 3 € verkauft, kann er im Monat rund 900 € zusätzlich erlösen, im Jahr sind das etwa 10.800 €", rechnet Lykke vor. Too Good to Go ist an jeder Transaktion mit einer Gebühr von 1 € beteiligt. 

Too Good to Go ist aktuell in sechs Ländern aktiv. International haben bereits mehr als 2 Mio. Endkunden die TGTG-App herunter geladen, in Deutschland sind es etwa 325.000. "Gemeinsam konnten wir schon über 1,5 Mio. Mahlzeiten 'retten'", so Lykke. "Davon allein 80.000 in Deutschland. Das entspricht einer CO2-Einsparung von 160 Tonnen." Hierzulande beteiligen sich circa 400 Händler und Gastronomen an der Initiative. Sie sind angehalten, die in der TGTG-App verkaufte Ware mindestens um 50 % im Preis zu reduzieren. In Dänemark, wo die Lebensmittelpreise generell höher sind als bei uns, gibt es sogar 75 % Nachlass. 

Zur Zielgruppe gehören vor allem umweltbewusste Verbraucher, die mit ihrem Konsumverhalten dazu beitragen wollen, dass produzierte Lebensmittel auch konsumierte Lebensmittel sind. "Damit erreichen Gastronomen und Händler auch solche Konsumenten, wie Studenten oder Familien, die sich einen Einkauf oder ein Essen bei ihnen eigentlich nicht leisten können", erklärt Lykke. Eine Kannibalisierung finde nicht statt, im Gegenteil: "Die meisten Kunden, die ihr TGTG-Paket abholen, kaufen auch noch andere, nicht reduzierte Dinge im Laden, wie zum Beispiel Getränke."

https://toogoodtogo.de


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