Coronakrise | Smartphone-App

Kontakt-Tagebuch auf dem Handy

Eine Beacon-basierte Smartphone-App will kombiniert mit der Corona-App der Bundesregierung helfen, COVID-19-Infektionsketten schneller zu unterbrechen.
imago images / Eibner
Eine Beacon-basierte Smartphone-App will kombiniert mit der Corona-App der Bundesregierung helfen, COVID-19-Infektionsketten schneller zu unterbrechen.

Das Corona-Infektionsgeschehen können die Gesundheitsämter derzeit kaum noch verfolgen, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Eine Smartphone-Applikation der Berliner Plattform "Doctor Box" will unterstützen.

"Jeder Bürger sollte in diesem Winter ein Kontakt-Tagebuch führen" hatte Prof. Dr. Christian Drosten in einem seiner Podcasts vorgeschlagen, als er eine zweite, weniger nachvollziehbare Infektionswelle für die kalte Jahreszeit prognostiziert hatte. Weitergehende Kontaktbeschränkungen im Laufe des Novembers sind eine Folge der zuletzt exponentiell gestiegenen Infektionsraten.

Gäste, Kunden, Lieferpartner und Mitarbeiter

Die Berliner Internet-Plattform "Doctor Box" schlägt nun eine App-Lösung ergänzend zur Corona-Warn-App der Bundesregierung vor. Nutzer können damit ein persönliches, ortsbezogenes Kontakt-Tagebuch führen, um frühzeitig gewarnt zu werden, sollte sich herausstellen, dass sich an ihren Aufenthaltsorten Infizierte zeitgleich aufgehalten haben.
Das System beruht auf der Doctor Box-App und sogenannten "Beacons". Das sind kleine Bluetooth-Sender, die etwa in Restaurants, Hotels, Apotheken oder Fitnessstudios installiert werden – überall dort, wo sich viele Menschen aufhalten und das Infektionsrisiko steigt. Betritt eine Person mit installierter App den Raum, empfängt das Smartphone das Signal des Beacons. Umgekehrt, vom Smartphone zum Beacon, werden laut Anbieter keine Signale gesendet. Die Beacon-Informationen mit Zeit und Ort werden automatisiert in ein Kontakt-Tagebuch in der App übertragen. Wird vor Ort eine COVID-19-Infektion bekannt, informiert das System sämtliche Personen, die sich dort zur selben Zeit wie die positiv getestete Person befanden. Zudem wird der Ort als potenzieller Cluster identifiziert.

Schneller Informationsfluss

An das RKI kann das Kontakt-Tagebuch als PDF oder als strukturierter maschinenlesbarer Datensatz übertragen und dem Gesundheitsamt zur Verfügung gestellt werden. Seit der Pilotphase im Mai 2020 wurden und werden laut Anbieter 50.000 teils hochfrequentierte Standorte bundesweit mit der Beacon-Technik ausgestattet. Dazu gehören etwa The Grand Ahrenshoop an der Ostsee, das Crowne Plaza Berlin City Center, das Park Inn Berlin und Classic Hotel Berlin sowie über 5.000 Apotheken. Die Zahl der Downloads der App liegt demnach bei 500.000. Doctor Box gibt an, dass die App höchsten Datensicherheitsstandards unterliege.

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