USA

Airlines starten Qualitätsoffensive beim F&B-Verkauf an Bord

Nach vielen Fehlversuchen starten Airlines in den USA nun neue Initiativen, um den F&B-Verkauf an Bord ihrer Flugzeuge profitabel zu machen. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und der anschließenden Krise im Luftverkehr hatten die meisten Fluggesellschaften das kostenlose Essen auf Inlandsflügen gestrichen. Ansätze, Snacks an Bord gegen Extra-Bezahlung zu verkaufen, verliefen bislang wenig erfolgreich. Das könnte sich jetzt ändern.
 

Die käuflichen Food-Optionen an Bord waren in der Vergangenheit selten Renner, außerdem erwiesen sich die Lagerbestände als schwer zu kontrollieren. Viele Airlines versuchten, Snack-Boxen mit langer Haltbarkeit anzubieten, häufig enthielten diese jedoch wenig attraktive oder nahrhafte Produkte. In den meisten Fällen deckte der Verkauf gerade die Kosten, wobei jeglicher Profit von der Menge der übrig gebliebenen Lebensmitteln sofort wieder nivelliert wurde.

Jetzt soll das Kabinenessen endlich zum Kassenschlager werden und mit den in den vergangenen Jahren deutlich aufgewerteten F&B-Optionen an den Flughäfen mithalten. Frisch, gesund und gebrandet soll es helfen, die Marke der jeweiligen Fluglinie aufzuwerten.
 
„Airline-Essen ist heute längst nicht mehr das was es einmal war", erklärt Jeff Miller, Senior Vice President von LSG Sky Chefs. „Es geht heute nicht mehr um den billigsten Truthahn und das billigste Brot, um daraus massenhaft kostenlose Mahlzeiten herzustellen." Heute sei das Ziel des Caterings, sich von anderen Airlines abzuheben, auch wenn die F&B-Umsätze niemals Hunderte Millionen Dollar einbringen werden, wie es mit den Gepäckgebühren gelungen ist.

Bei vielen Fluggesellschaften hat man erkannt: Bevor die Reisenden nicht überzeugt sind, dass sie an Bord ordentliches Essen bekommen, werden sie sich weiterhin vor dem Abflug mit Speisen und Getränken versorgen. Delta Airlines beispielsweise will seine Passagiere mit neuen Food-Produkten zum Kauf an Bord verführen, die von Celebrity Chef Todd English kreiert wurden. Beliebte Desserts, wie die 2-Dollar-Eisbecher von Ben & Jerry's wurden ebenfalls ins Bordprogramm aufgenommen. Einer der Bestseller an Bord ist eine Früchte- und Käseplatte für 6 Dollar.
 
American Airlines setzt dagegen auf bekannte Marken, zum Beispiel Sandwiches von Boston Market, die einen hohen Qualitätsstandard signalisieren zu Preisen, die nur wenig über denen liegen, die in den Outlets am Boden verlangt werden.

Der wahrscheinlich ambitionierteste Ansatz kommt von Hawaiian Airlines, die zwar immer noch freie Mahlzeiten auf den Flügen zwischen Nordamerika und Hawaii serviert, aber kürzlich ein Upgrade-Programm gestartet hat. Für 10 Dollar können die Passagiere zum Beispiel einen Ceasar Salad mit gegrilltem Hühnchen oder Satai Hühnchen in Vermicelli Nudeln bestellen. Der Bestseller? Eine Sushi-Bento-Box mit California Rolls, Edamame und Teryaki Chicken.
 
Das Upgrade hilft, die kostenlosen Offerten gegen zu finanzieren und auch hier die Qualität zu verbessern. Im Schnitt ordern rund 4 % der Fluggäste auf Tagesflügen die Premium-Mahlzeit, abends sind es 6-7 %. Zielwert: 10 %. 
  
http://www.delta.com/
http://www.aa.com/
http://www.hawaiianair.com/
http://www.lsgskychefs.com/

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