Frankreich

Kennzeichnung hausgemachter Gerichte geplant

Reichlich Diskussionsstoff für die französische Gastronomie: Tourismus-Ministerin Sylvia Pinel präsentierte vor wenigen Tagen ein Zehn-Punkte-Prioritätenprogramm für den Sektor. Im Fokus der Aufmerksamkeit: das Stichwort 'fait maison' – zu Deutsch: hausgemacht. Es soll künftig Offerten kennzeichnen, die komplett selbst vor Ort ausschließlich aus Rohware hergestellt werden. Zur Auslobung auf der Karte ist ein spezielles Logo vorgesehen.
 
Dies berichtet das französische Fachblatt France Snacking. Die Maßnahme soll in einer Gesetzesnovelle verankert werden und zielt darauf ab, mehr Transparenz für den Gast zu schaffen – zugunsten der Unterscheidung hausgemachter Gerichte von jenen, die mit Hilfe von Convenience-Produkten entstehen (cuisine d’assemblage). Die vorgesehene Kennzeichnung ist gleichwohl freiwillig.
 
Neue Runde in der schon länger geführten Diskussion um die Bewahrung und Förderung handwerklicher Tradition in der französischen Gastronomie. Die Initiative der Ministerin fand nicht nur Gefallen. So kritisierte der Unternehmerverband Umih, der Vorstoß sei zwar ein Fortschritt für den Verbraucher, doch nicht weitreichend genug, um den Status 'handwerklicher Gastronomie' zu stärken. Für den Branchenverband Synhorcat, der seinerseits die weitgehende und zahlreiche Systemgastronomen tangierende Forderung erhoben hatte, die Bezeichnung 'Restaurant' als Gütesiegel nur noch Betrieben vorzubehalten, die from the scratch produzieren, weist die Initiative in die richtige Richtung. Man müsse aber Details abwarten.
 
Unter den weiteren von Pinel proklamierte Maßnahmen: auch ein Gütezeichen 'France' für Gerichte, die ausschließlich aus französischen Produkten hergestellt werden. Daneben diverse Aktionen zur Modernisierung des Berufsbildes 'Maître restaurateur', eine gemeinsame Task Force von Regierung und Branchenverbänden, um gegen Schwarzarbeit vorzugehen, sowie Programme zur Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen in der Gastronomie.
 
www.snacking.fr
 
 




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