Gastro-Gewerbe Schweiz

Licht am Ende des Tunnels

Das Schweizer Gastro-Gewerbe musste in den vergangenen Monaten kräftig Federn lassen: 2011 und 2012 waren, da führt keine Statistik dran vorbei, schlechte Jahre. Und im ersten Quartal 2013 ging es mit einem weiteren Minus weiter. So meldete die Hotellerie für das Eröffnungsquartal 2013 einen Rückgang von 3,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In der Restauration waren es sogar 5,5 %. Wohlgemerkt: Schon der 2012er Ausgangswert galt als schlechtester seit rund sieben Jahren.

Gerade in der Top 5 der Schweizer Tourismusregionen freut man sich schon seit längerem wieder über Zuwächse, allen voran in den Städten wie Genf, Zürich und auch in Bern.

Insgesamt standen in der Schweiz im ersten Quartal 2013 fast 245.000 Betten zur Verfügung, die im Monatsdurchschnitt zu 40,6 % ausgelastet waren. Am schlechtesten war die Buchungslage mit knapp 36 % im April, am besten mit knapp 45 % im Juni 2013. Trotz der Steigerung im Sommermonat Juli war die durchschnittliche Auslastung für 2013 damit jedoch die schlechteste seit 2005, wo der Wert sogar unter die 40-Prozent-Marke gerutscht war.

Der Blick nach Deutschland lohnt für die Schweiz gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen kommen aus dem Nachbarland die meisten Übernachtungsgäste, zum anderen lohnt der Vergleich bei der Auslastung. Immerhin ist Deutschland für Touristen noch immer deutlich günstiger als die Schweiz – Eurokrise und klamme Reisekassen machen sich hier daher nicht ganz so stark bemerkbar. Der Einbruch in der Touristikbranche der Schweiz konnte dagegen zu einem großen Teil am Ausbleiben der deutschen Gäste festgemacht werden. So blieben in den vergangenen 30 Monaten immer mehr deutsche Gaste aus, zuletzt lag der Rückgang bei rund 25 %. Nun rechnet man damit, dass die Gästezahl pro Jahr aus dem Nachbarland um 1 bis 3 % pro Jahr zulegen könnte.

Bleibt auch das Wachstum der Reisenden aus Asien stabil, wäre die touristische Zukunft wieder weit rosiger. Mit rund 20.000 Logiernächten im Juni 2013 waren allein aus China fast 30 % mehr Übernachtungen gebucht worden. Insgesamt gab es im ersten Halbjahr gut 17 Mio. Logiernächte in der Schweiz – auch dies ein Plus von mehr als 1 % im Vergleich zum Vorjahr und zugleich eine Trendwende nach vielen Minusquartalen in Folge.

Vergleich Deutschland: Die Großstädte Berlin, München und Hamburg führen die Riege der beliebtesten Reiseziele an, aber auch andere Regionen und Städte melden exzellente Zahlen. So veröffentlichte die Region Würzburg fürs erste Halbjahr 2013 ein neues Allzeit-Hoch. Plus 11 % hieß es im Vergleich zum Vorjahr, noch nie waren mehr Touristen an den Main geströmt. Die Gäste aus der Schweiz belegten dabei übrigens Rang drei unter den ausländischen Besuchern, nach den Reisenden aus den Niederlanden und der USA. Fast 83 % aller Gäste kamen allerdings aus dem deutschen Inland – denn auch hier ist der Urlaub im eigenen Land im Trend.

Trends 2013: Rund 6 % der Schweizer Exporteinnahmen stammen aus dem Tourismus – und nach einigen Jahren der Stagnation scheint die Trendwende geschafft. Die großen Städte und die Bergregionen profitieren von einer wachsenden Binnennachfrage und steigenden Gästezahlen aus dem Ausland.

Quelle: www.vega-ch.com




stats