UK

Starbucks & Steuerflucht-Vorwurf

Unter hohem Druck des britischen Haushaltsausschusses und britischer Steuerbehörden sowie starker Resonanz in den Publikumsmedien überarbeiten internationale Konzerne ihre Steuerkonstruktion. Im Fokus: Die Körperschaftssteuer, welche in London beispielsweise deutlich höher liegt als in Amsterdam. Vor allem Starbucks, amazon und Google werden da immer und immer wieder mit plakativen Beispielen genannt.

Im jüngsten Untersuchungsbericht etwa steht, dass Starbucks sein Geschäft über die Niederlande bucht, und zwar so, dass man seit 15 Jahren in Großbritannien einen Verlust ausweist – Ausnahme 2006. Andererseits: Gegenüber Aktionären nenne die Gesellschaft aus Seattle für ihr britisches Geschäft eine Rendite von 15 %.

amazon hat im Vorjahr lediglich 1,8 Mio. Pfund Steuern bezahlt, Google etwa 6 Mio. Pfund.

Rein steuerrechtlich kann den Global Playern keine Steuerhinterziehung nachgewiesen werden. Denn sie wählen in der Regel solche Steuermodelle, welche die Kosten vornehmlich in Großbritannien anfallen lassen – und die Gewinne anderswo.

Der britische Bericht des Haushaltsausschusses Anfang dieser Woche beklagt daher in erster Linie unfaires Verhalten, es unterminiere die Steuermoral.

Starbucks hat nun nach Angaben der BBC zugesichert, den Übertrag von Umsätzen an die Schwestergesellschaft in den Niederlanden nicht mehr zu nutzen, um Steuerzahlungen in Großbritannien zu vermeiden.

Praktisch alle Tageszeitungen und auch fachliche Newsletter auf der Insel greifen die News lautstark auf.

Der Weltmarktführer zählt in UK über 700 Stores, rund die Hälfte von Europa, die Jahresumsätze dürften über einer halben Milliarde Pfund liegen, so eine grobe Schätzung.

Das Steuerthema hat massive Auswirkungen auf die Customer Satisfaction Scores der Marke – Kommentare auf Facebook und Twitter bezogen sich jüngst mehrheitlich auf das Steuerthema. Es kostet Vertrauen und Sympathie.

www.starbucks.com




stats