USA

Viel Interesse an Obamas Essgewohnheiten

Die Obamania beschert einigen Restaurants in den USA schöne Umsatzzuwächse: So warten beispielsweise die Kunden im Pizzarestaurant ’Pi’ in St. Louis gut und gerne zwei Stunden auf einen Tisch, seit sich herumgesprochen hat, dass die dort angebotene Pizza dem damaligen Präsidentschaftskandidaten auf einer Wahlkampftour so gut geschmeckt hat, dass er die Betreiber eingeladen hat, sie auch einmal im Weißen Haus zuzubereiten. „Wenn wir unseren Gästen sagen, dass es zwei bis vier Stunden dauern kann, bis ein Tisch für sie frei wird, sagen sie: OK und warten“, berichtet Pi-Besitzer Chris Sommers, der auf eigene Kosten nach Washington, DC, reiste, um für den Präsidenten eine Pizza zu backen. „Das Lob Obamas war unser ganz privates Konjunkturpaket.“ Egal ob Pizza aus St. Louis, Pfannkuchen aus Pittsburgh, ein Burger oder Wurst aus Washington, CD, Soul Food aus Chicago, was immer der Präsident gern isst, das will offenbar auch der Rest der Welt essen, wie die Washington Post in einem Bericht schreibt. Dabei ist das Interesse an den Essvorlieben des aktuellen Präsidenten bisher in der US-Geschichte einmalig, wie Eddie Gehman Kohan, Herausgeberin des Blogs ’Obama Foodorama’ beobachtet. „Wir sehen die Verschmelzung zweier Kräfte: Essen und Politik – insgesamt ein wachsendes Interesse an allem, was mit Obama zusammen hängt.“ Allerdings könnte dieses Interesse noch mehr mit Michelle als mit Barack Obama zusammen hängen. „Sie zieht viel Aufmerksamkeit auf kritische Ernährungsthemen“, so Kohan, „nicht zuletzt, indem sie den Weg ihrer eigenen Familie von schlechten Essgewohnheiten zu einem gesünderen Lebensstil beschrieben hat.“ Viele Restaurants, die das Paar privat besucht, verraten, was die beiden gegessen haben. Andere, wie das New Yorker Blue Hill, werden auch dann in ’Foodie’-Kreisen zum Zentrum der Diskussion, wenn sie diskret schweigen. Allein die Wahl des „teuren, aber zurückhaltenden Restaurants“, das auf selbst erzeugte regionale Zutaten und Bio-Qualität setzt, ist in den USA ein politisches Statement, das der Bewegung für mehr Nachhaltigkeit und gesünderes Essen zu mehr Schwung verhelfen dürfte. www.washingtonpost.com www.bluehillfarm.com www.restaurantpi.com Redaktion food-service Barack Obama, Michelle Obama, Pi, Pizza, Chris Sommers, Blue Hill, Eddie Gehman Kohan



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