Mailand

Deutscher Expo-Pavillon ist Besuchermagnet

Halbzeit bei der Expo. Seit gut drei Monaten dreht sich in Mailand auf mehr als 1 Mio. qm Ausstellungsfläche alles um das Thema 'Feeding the Planet'. Deutschland ist als eines von 140 Ländern mit dem spektakulären - und mit 4.900 qm Gesamt- und knapp 2.700 qm Ausstellungsfläche auch einem der größten - Pavillons unter der Überschrift 'Fields of Ideas' vertreten. Darin: das größte Fullservice-Restaurant und ein Feinschmeckerrestaurant, eine VIP-Lounge sowie ein Marktstand mit Snacks & Co. Gastronomisch verantwortlich ist wie schon bei den vergangenen Expos das Unternehmen Angerer & Obermayr aus München Regie.

Nach gut der Hälfte der sechsmonatigen Ausstellungszeit zieht Gerhard Obermayr eine zufriedene Bilanz: "Der Start war sehr gut, jetzt ist es wegen der Sommerferien, die viele Italiener am Meer verbringen, etwas ruhiger, aber nicht so ruhig, wie wir eigentlich erwartet hatten", resümiert der Expo-Experte. "Auch die seit mehreren Wochen andauernde Hitze von fast 40 Grad hält sicherlich viele Leute ab. Dafür kommen nun mehr Touristen, auch mehr Deutsche, die für eine sehr internationale Mischung in unseren Restaurants sorgen."

Besonders stark vertreten seien die Chinesen, die seiner Beobachtung nach eine große Vorliebe für Schweinsbraten & Co. hegen. Aber auch Italiener und Franzosen schätzen das kulinarische Angebot, das von Maultaschen über Sauerbraten und Pannfisch bis hin zu Currywurst reicht. "Wie auch in Shanghai und im koreanischen Yeosu ist unsere Sauerkrautplatte mit diversen Würsten und Schweinebraten der absolute Renner", berichtet Obermayr. 

Das Restaurant im deutschen Pavillon locke vor allem dank seines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses und der effizienten Abläufe zwischn 500 und 1.000 Gäste am Tag an. "Manchen geht es fast zu schnell bei uns - sie würden lieber länger entspannen. Aber schließlich kommen sie auf die Expo, um sich die Pavillons anzusehen, da darf das Essen nicht zu viel Zeit kosten."

Herausforderungen für den Restaurantbetreiber? "Die Hitze macht uns schon zu schaffen, aber zum Glück haben wir leistungsfähige Technik für den Luftaustausch in der Küche, die es uns ermöglicht, ein angenehmes Klima für die Mitarbeiter zu erzeugen", erklärt Obermayr. Moderne Geräte, die beispielsweise ans Handy des Küchenchefs melden, wenn die Kühlung nicht richtig funktioniert, erleichtern das Bestehen der regelmäßigen strengen Kontrollen durch die italienischen Behörden.

"Wir hatten schon prominente Kollegen hier, die gestaunt haben, dass es sich bei der Expo nicht um eine Zeltstadt, sondern um hochwertige Bauwerke handelt, die mit viel Aufwand geplant werden", schmunzelt der Gastronom. Mehr Probleme bereitet dagegen die Waren- und Personalplanung: "Die Frequenzen sind leider - anders als wir das von früheren Expos kennen - sehr ungleichmäßig und schwer kalkulierbar."

Dennoch ist Obermayr überzeugt, dass die Veranstalter am Ende ihr Ziel von 18-20 Mio. Besuchern auf dem Gelände erreichen werden. "Die Italiener haben ihre zunächst skeptische Haltung dem Event gegenüber wirklich verändert. Beliebt sind vor allem die Abendtickets für 5 €. Viele Mailänder kommen nach 18 Uhr, um 1-2 Pavillons anzusehen und noch etwas zu essen. Dadurch haben wir sogar schon einige Stammgäste."

Branchenprofis aus Deutschland empfiehlt er vor allem den deutschen Pavillon: "Er behandelt das Thema 'Feeding the Planet' wirklich auf einem fachlich unangefochtenen Niveau, dabei wird der Besucher durchaus gefordert. Wer eher einen optischen Eindruck genießen will, dem seien die Pavillons aus Kasachstan - übrigens das nächste Gastgeberland der Expo 2017 -, Angola oder Korea ans Herz gelegt." Grundsätzlich dürfe man sich die Ausstellung als Food-Profi nicht entgehen lassen. "Verglichen mit anderen Ausrichter-Städten liegt Mailand ja praktisch vor der Haustür." 

Laut der offiziellen Besucherstatistiken kamen in den ersten beiden Monate über 6 Mio. Besucher auf die Expo. Den deutschen Pavillon sahen demnach täglich rund 12.000 Menschen. Universale, große Weltausstellungen finden im Wechsel mit kleineren Expos alle fünf Jahre statt. Die große Expo in Mailand folgt auf Shanghai (2010), Aichi (2005) und Hannover (2000). Gemäß ihrem Thema 'Feeding the planet, energy for life' präsentiert sie sich als nachhaltiger Agrofood-Park ohne massive Monumentalbauten. 

https://expo2015-germany.de/de/
www.munichcatering.de


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