Jamie Oliver Restaurant Group

Gläubiger stimmen für Restrukturierung

Die Mehrheit der Gläubiger der Restaurantgesellschaft von Starkoch Jamie Oliver hat dafür gestimmt, dem in Schieflage geratenen Unternehmen durch einen Restrukturierungsplan wieder auf die Beine zu helfen und damit 1.800 Arbeitsplätze zu retten. Dafür werden - wie bereits angekündigt - nicht nur 12 von 37 britischen Restaurants der Marke Jamie's Italian geschlossen, sondern es sollen auch die beiden Barbecoa-Premium-Steakhouses in London veräußert werden.

Nach der Ankündigung, die Zahl der Jamie's Italian-Standorte im Heimatmarkt UK um rund ein Drittel zur reduzieren - zur Dispostion stehen unter anderem Units in Bath, Bristol, Milton Keynes, London-Piccadilly und Reading - und einem Bericht der Zeitung Sun über hohe Schuldenstände macht das Restaurant-Business des weltberühmten Küchenstars jetzt auch international Schlagzeilen. Der Sun zufolge belaufen sich die Außenstände auf insgesamt 71 Mio. Pfund, darunter auch nicht gezahlte Gehälter für die Mitarbeiter sowie Miet- und Steuerschulden. Das Unternehmen selbst spricht nur von 37 Mio. Pfund. 

Mit Jamie's Italian wagte Jamie Oliver, der im Fernsehen sowie als Aktivist für gesundes Schulessen bekannt wurde und weltweit rund 37 Mio. Kochbücher verkauft hat, 2008 den Schritt ins Systemgastronomie-Business, nachdem er 2002 bereits das Projekt-Restaurant Fifteen eröffnet hatte, das benachteiligten Jugendlichen eine Kochausbildung ermöglicht. Die Marke Jamie's Italian wuchs schnell und zählt aktuell knapp 70 Restaurants weltweit.

2016 meldete die Kette in UK einen Nettoverlust von 9,4 Mio. Pfund bei einem Umsatzrückgang von 3 % auf 112,7 Mio. Pfund. Schon Anfang 2017 verkündete das Unternehmen die Schließung von sechs Standorten und machte die gestiegenen Food-Kosten nach dem Brexit-Votum für die Schwierigkeiten verantwortlich. An acht weiteren Standorten bemüht man sich nun um eine Mietreduzierung um rund 30 %. 

Die gut 30 internationalen Standorte, die größtenteils von Franchise-Nehmern geführt werden, sollen von den Problemen nicht betroffen sein. Gerüchten zufolge könnten in Deutschland in den kommenden Monaten mehrere Jamie's Italian-Restaurants eröffnen, die Rede ist von Standorten in Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt/Main. 

Das erste Restaurant des Premium-Steakhouse-Konzepts Barbecoa eröffnete 2010 nahe der Londoner St. Paul's Cathedral, ein zweites folgte 2017 am Piccadilly Circus. Pläne für ein drittes Outlet in London wurden bereits im vergangenen Jahr wieder verworfen. Jetzt wurde die Immobilienfirma Christie & Co. mit dem Verkauf der beiden existierenden Standorte beauftragt. 

Jamie Oliver dürfte dennoch zu den kommerziell erfolgreichsten Köchen der Welt gehören. Das Privatvermögen des 42-Jährigen wird auf 160 Mio. Pfund geschätzt. Die Jamie Oliver Holding konnte 2016 ihren Nettogewinn auf 4,2 Mio. Pfund versechsfachen. 

www.jamieoliver.com/restaurants

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