NYC

Union Square Cafe wird Opfer von Mietpreisexplosion

New Yorks berühmtester Gastronom ist Danny Meyer. Und sein allererstes Lokal in der Stadt war und ist das Union Square Cafe (East 16th Street). Er eröffnete es vor knapp 30 Jahren und hat damit Gastronomiegeschichte geschrieben – und das in gleich mehreren Dimensionen. Ende!

„Union Square Cafe has culinary landmark status — it introduced a casual tone to fine dining, brought a new emphasis to warm service and broke ground by buying produce directly from farmers at the fledgling Greenmarket a half-block away — it will leave the spot where it became a neighborhood fixture, drawing regulars who came to count on everything from its bar nuts to its tuna burger, both unchanged since 1987.”

Ende 2015 wird das Union Square Cafe an seinem gelernten Standort ausziehen. Es soll an irgendeinem anderen Platz in NYC, der noch nicht definiert ist, wieder eröffnen.

Der Vermieter, Ari Ellis von David Ellis RE, geht künftig von sehr viel höheren Mieten aus als in der Vergangenheit. Beide Parteien haben seit Anfang 2013 über einen neuen 15-Jahres-Mietvertrag verhandelt, man ist aber zu keiner Einigung gekommen.

Dazu Mr. Ellis: “It’s better for them as a restaurant business if they go elsewhere, and it’s better for us as a real estate business if they go elsewhere.”

Er meint außerdem, dass andere Vermieter sich nach einem Danny Meyer-Restaurant geradezu sehnen würden.

1985 übernahm Meyer den Standort, der damals ein vegetarisches Restaurant beherbergt hat. Er bezahlte anfangs 80 Dollar Miete pro Quadratmeter bzw. 48.000 Dollar pro Jahr. Jetzt soll die Fläche dem Vermieter 650.000 Dollar bringen.

Unter anderem kraft guter Gastronomie hat sich diese Gegend von New York City von einer höchst unattraktiven Lage zu einem Hotspot entwickelt. Und so ist die jüngste Gastro-News durchaus symptomatisch für die Entwicklung ganz generell.

Erst 2013 musste ein anderes berühmtes Restaurant, nämlich der Mesa Grill von Bobby Flay, seine Pforten schließen. Ebenfalls wegen einer Mietpreiserhöhung, die nicht mehr finanzierbar war. Flay sagte damals: „Eventually, they’re going to drive away all the people and places that make New York City interesting. What brings ghost towns to life? Restaurants. We blaze the trail, we do the hard work, and then we’re out.”

Danny Meyer gehört mit seiner Union Square Hospitality Group zu den ganz Großen der Stadt. Er betreibt hauptsächlich Fine Dining-Lokale, aber auch Systemgastronomie. Die hoch profitable Gourmetburger-Kette Shake Shack zählt zu letzterem. Erst kürzlich eröffnete das 48. Outlet von Shake Shack in Washington D.C. Die ersten Betriebe in Europa stehen in London und Moskau, weitere in Dubai und Kuwait-City.

2012 verkaufte Meyer 39,5 % Anteile seiner Unternehmung an eine Investmentbank, um unter anderem Kapital zu generieren für weltweite Expansion.

Nebenbei: Randy Garutti, General Manager von Shake Shack, referiert beim 15th European Foodservice Summit am 23. September 2014 in Zürich.

www.nytimes.com

www.shakeshack.com

www.ushgnyc.com



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