Coffee-Shop-Markt UK

Berechtigte Sorge vor hartem Brexit

Auf Wachstumskurs: Der britische Kaffeemarkt.
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Auf Wachstumskurs: Der britische Kaffeemarkt.

Seit 20 Jahren in Folge wächst der Umsatz der Coffee Shops in Großbritannien. Im Jahr 2018 setzten die 25.483 Coffee Shops 10,1 Mrd. Pfund (ca. 11,4 Mrd. Euro) um, das entspricht 7,9 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Doch viele Marktteilnehmer blicken mit Sorge auf den Brexit. Das geht aus dem Project Café UK 2019 Report der Marktforscher des Allegra World Coffee Portal hervor.

"20 Jahre Wachstum – und zwar sowohl bei der Zahl der Outlets, dem Umsatz und der Like-for-like Performance – sind ein beeindruckendes Ergebnis dieses Segments, das längst tief im britischen Lifestyle verankert ist", kommentierte Allegra CEO Jeffrey Young das Ergebnis. Allegra prognostiziert für die nächsten fünf Jahre ein etwas langsameres Wachstum von etwa fünf Prozent jährlich. Die Zahl der Units der Marken wird bis 2023 10.000 übersteigen, schätzt Allegra.

Marken erfolgreicher als Gesamtmarkt

Die großen Marken verzeichneten mit ihren 8.149 Coffee Shops sogar ein noch höheres Wachstum als der Gesamtmarkt: 8,7 Prozent. Die größten Player sind hier Costa Coffee (2.655 Units), Starbucks (992) und Caffè Nero (683). Generell wuchs der Einfluss ausländischer Investoren auf den britischen Kaffemarkt, insbesondere durch die Aufkäufe von Costa Coffee durch Coca Cola für geschätzt 3,9 Mrd. Pfund sowie Pret A Manger durch die JAB Holding für kolportierte 1,5 Mrd. Pfund.

Coffee Shops haben sich in Großbritannien an vielen Top-Lagen etabliert, an denen Einzelhandelsgeschäfte geschlossen haben. Die Untersuchungen von Allegra zeigen außerdem, dass Coffee Shops die Bedürfnisse viele Verbraucher nach erlebnisgetriebenen und zugleich digital optimierten Einkaufserlebnissen bedienten.

45 Prozent der befragten Manager sehen Social Media als wichtigstes Marketingtool. Doch generell ist der wichtigste Erfolgsfaktor die Qualität des Kaffees. So erklärt sich auch eine zunehmende Premiumisierung des britischen Marktes, mit neuen Teilnehmern wie Department of Coffee and Social Affairs, die durch die Aufkäufe von unabhängigen Kaffeebars inzwischen 22 Outlets zählen.

Brexit schafft Unsicherheit

Unsicherheit verbreitet unter den Marktteilnehmern der kommende Brexit. Das politische Tauziehen befeuere Befürchtungen über Fachkräftemangel und Preissteigerungen und trage zum Abbau des Verbrauchervertrauens bei. 49 Prozent der befragten Top-Manager sagten, der Brexit beeinflusse ihr Geschäft negativ. 46 Prozent antworteten neutral und nur 5 Prozent attestierten dem Brexit positive Auswirkungen. 87 Prozent gaben an, sie glaubten, der Brexit schade der britischen Wirtschaft allgemein.

Für den Bericht Project Café 2019 UK führte Allegra unter anderem 30 tiefgehende Interviews sowie mehr als 100 Online-Befragungen von wichtigen Marktteilnehmern und Entscheidungsträgern. zudem wurden mehr als 23.000 britische Verbraucher online befragt.

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