Domino's UK

Rückzug aus vier Ländermärkten

Pizzabäcker in einem Domino's in Malmö. Die Pizzakette will sich aus dem schwedischen Markt zurückziehen.
Domino's UK
Pizzabäcker in einem Domino's in Malmö. Die Pizzakette will sich aus dem schwedischen Markt zurückziehen.

Domino's Pizza will die Ländermärkte Norwegen, Island, Schweden und der Schweiz geordnet verlassen. Das teilt der britische Hauptlizenznehmer Domino's Pizza Group plc (nachfolgend: Domino's UK), der die Stores der Marke in den entsprechenden Ländern betreibt, in einem Trading Update zum 3. Quartal mit.

"Obwohl sich das finanzielle Ergebnis stabilisiert hat, bleibt die Entwicklung unseres internationalen Geschäfts enttäuschend", begründete David Wild, CEO Domino's UK, die Entscheidung. Man sei nach einem sechswöchigen Review mit externen Beratern zu dem Schluss gekommen, "dass – obwohl es sich um attraktive Märkte handelt – wir nicht die besten Besitzer dieser Businesses sind. Das Board hat daher entschieden, diese Märkte geordnet zu verlassen." Das Unternehmen wird sich künftig auf seine Kernmärkte Großbritannien und Irland konzentrieren.

Betroffene Märkte bei Like-for-like im Minus

Die in diesem Trading Update veröffentlichten Geschäftszahlen des 3. Quartals unterstreichen die schlechte Performance: In der Schweiz schrumpften die Systemumsätze um 2,9 Prozent, die Like-for-Like-Sales sogar um 6,6 Prozent. Sowohl der Durchschnittsbon als auch die Zahl der Bestellungen gingen zurück.

In Island sanken die Umsätze um 1 Prozent, die Like-for-Like-Sales sogar um 8,2 Prozent. Das Unternehmen führt das auf einen schwachen Gesamtmarkt und abnehmenden Tourismus zurück.

In Norwegen betreibt das Unternehmen im dritten Quartal 57 Units, 10 davon sind allerdings keine Domino's, sondern stehen unter der norwegischen Pizza-Marke Dolly Dimples. Die Systemumsätze sanken um 0,3 Prozent verglichen mit dem dritten Quartal des Vorjahres. Die Like-for-Like-Sales gingen in den Domino's-Standorten sogar um 16,5 Prozent zurück. Auch ein im dritten Quartal aktivierter Notfall-Plan brachte ersten Erkenntnissen zufolge nicht den erhofften Turnaround.
Begriff Like-for-like-Sales
Der Umsatz auf bestehenden Flächen, auch unter den Namen Same-Store Sales, Comparable Sales oder Like-for-like Sales bekannt, gilt bei Experten als "harte Währung" der Branche. Hier werden Veränderungen des Systemumsatzes von allen Standorten betrachtet, die mindestens 13 Monate geöffnet sind. Bezugsgröße ist dabei der Vorjahreszeitraum.

In Schweden stiegen die Systemumsätze in der Landeswährung um 25 Prozent, das Like-for-Like Wachstum fiel mit 1,0 Prozent gering, aber zumindest positiv aus.

Die Entwicklung des Geschäfts in Deutschland sei "ermutigend". Domino's UK ist allerdings mit 30 Prozent Anteilen nur Minderheitseigner der Domino's Pizza Deutschland GmbH, die für die mehr als 330 Standorte in Deutschland zuständig ist. 70 Prozent der deutschen GmbH gehören der Domino’s Pizza Enterprises Ltd. mit Sitz in Australien. Der Mutterkonzern der Unternehmen ist die amerikanische Domino's Pizza Inc.
Über Domino's Pizza Inc.
Domino's Pizza ist einer der weltweit größten Anbieter für Lieferpizza. Das Unternehmen betreibt 16.314 Units global (Stand: Juni 2019). Domino's Pizza legt hohen Wert auf Digitalisierung und technische Entwicklung. Laut dem Unternehmen wurden 2018 mehr als die Hälfte der weltweiten Systemumsätze (13,5 Mrd. Us-Dollar) über digitale Kanäle wie die Website oder Apps generiert. In Deutschland setzte Domino's im Jahr 2018 laut foodservice Top 100 220 Mio Euro um und betrieb 333 Filialen (Stand: 31.12.2018).

Stabiles Geschäft in UK und Irland

Im wichtigsten Markt Großbritannien als auch in Irland meldet Domino's UK stabiles Umsatzwachstum. Die Systemumsätze in UK wuchsen um 3,9 Prozent, die Like-for-Like-Sales wuchsen über alle Stores um 1,4 Prozent. Die Zahl der Stores stand zum Ende des dritten Quartals bei 1.118. Zudem belastet ein Disput mit Franchisenehmern die Geschäfte in UK. Dabei geht es unter anderem um die Praxis Domino's, auch neue Standorte in bereits bestehenden Territorien – sogenannte Split territories – zu eröffnen, was für den einzelnen Restaurantbetreiber oder Franchisenehmer zu Umsatzkannibalisierungen führen kann.

In Irland betreibt Domino's zum Ende des Quartals 54 Standorte. Die Systemumsätze in Landeswährung stiegen um 2,4 Prozent, Like-for-Like-Sales lagen allerdings um 1,7 Prozent unter dem dritten Quartal des Vorjahres.


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