European Foodservice Summit Zürich

Unter Druck schnell Entscheidungen fällen


"Wir können Spiele nie perfekt machen, es sind Menschen im Spiel", erklärt Pierluigi Collina, sechsmaliger "World's Best Referee".
Thomas Fedra
"Wir können Spiele nie perfekt machen, es sind Menschen im Spiel", erklärt Pierluigi Collina, sechsmaliger "World's Best Referee".

Strafstoß oder nicht? Binnen einer Sekunde muss im Fußball die Entscheidung stehen. Die Herausforderungen des Fußball-Schiedsrichter-Jobs lassen sich mit denen eines Unternehmers im Foodservice-Business durchaus vergleichen. Der legendäre italienische Fußball-Schiedsrichter Pierluigi Collina, inzwischen erfolgreicher Keynote Speaker zum Thema Leadership, zeigte branchenübergreifend auf, wie sich kompetente Entscheidungsträger fit machen.

Der 58-Jährige setzte die Initialzündung am Morgen des zweiten Tages beim 19. European Foodservice Summit (EFSS) in Zürich.

Vier Faktoren verschärfen die Herausforderung der richtigen Entscheidungsfindung ganz besonders: die unklare Situation, der absolute Zeitmangel, der Druck bzw. die Verantwortung gegenüber Spielern und Zuschauern und die Konsequenzen für alle Beteiligten, die eine Fehlentscheidung nach sich ziehen könnte. „Das Fußball-Business ist sehr viel anspruchsvoller geworden“, so die Aussage des 58-jährigen italienischen Fußball-Profis. Die Spieler sind fachlich besser aufgestellt und physisch intensiver trainiert.
Da sie schneller und geschickter agieren, sind die Schiedsrichter umso mehr gefordert, neben der Spielführungs-Kompetenz zugleich ihre Fitness auf höchstem Niveau zu halten. „Wenn man als Schiedsrichter während des Spiels müde wird, verliert man die Übersicht und den klaren Blick für die richtige Entscheidung“, betont Collina.

Wie geht man mit Druck um?

Wie Unternehmer sind Schiedsrichter Einzelakteure und auf sich allein gestellt bei ihrer finalen Entscheidung. Die sie für die eine und gegen die andere Partei fällen müssen. Eine enorme Verantwortung und ein ungeheurer Druck. Wie damit umgehen? Eine gründliche Vorbereitung und die Zuhilfenahme technischer Tools helfen, professionell und richtig mit schwierigen Situationen umzugehen, so Collinas leidenschaftliches Plädoyer an das Foodservice-Plenum. Ganz wichtig sei es, als Respektperson akzeptiert zu werden. „Ein Referee muss nicht jedermanns Freund sein.“

Antizipieren, was passiert

Zudem müsse ein guter Schiedsrichter seine Fähigkeit schulen, bevorstehende Prozesse und Verhaltensweisen bestmöglich zu antizipieren. Vorhersehen, wie sich der Spielverlauf in der nächsten Sekunde entwickeln könnte, um den Blick auf den möglichen Eskalationsherd richtigen zu können. Dazu habe er sich im Vorfeld stets detailliert mit den Taktiken der Mannschaften und den Persönlichkeiten der Spieler- und Trainer vertraut machen müssen, berichtet der Entscheidungs-Experte aus Erfahrung. „Dank Big Data im World Wide Web funktioniert dies inzwischen deutlich einfacher und zeiteffizienter als zu meiner Zeit. Tagelang habe ich mich auf Videobändern durch das Material arbeiten müssen“, erklärt Collina schmunzelnd.

Unterstützung durch Technik

Die Zukunft professioneller Entscheidungen auf dem Fußballfeld sieht der Italiener in der Nutzung neuer Technologien wie Goal Line Technology und Video-Assistenz. Wo das Auge überfordert ist, weil es um Millimeter und Bruchteile von Sekunden geht, helfe die entsprechende Computertechnik dabei, komplexe Situationen zu überprüfen. Die alleinige und letzte Entscheidung müsse jedoch der Mensch treffen, betont Collina. „Der Schiedsrichter ist Lord of the rules!“

Talkrunde mit Educational-Partnern Food

Eine Premiere gab es für die Educational Partner des 19. Summit: Fünf Food-Experten äußerten sich in einer Talkrunde zu den Themenfeldern: aktuelle Markttrends und Partner in puncto Profitabilität. Insgesamt waren als Educational Partner 2018 neun Companys vertreten: Arla Pro, CSM Bakery Solutions, Ecolab, Fourth, Nestlé Professional, Salomon Foodworld, Symrise, True und Winterhalter.


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