Kanadisches Fastfood

Smoke's Poutinerie nimmt Europa ins Visier

Das kanadische Fastfoodkonzept Smoke's Poutinerie setzt auf ungewöhnliche Werbemaßnahmen, um die Marke bekannt zu machen.
Smoke's Poutinerie
Das kanadische Fastfoodkonzept Smoke's Poutinerie setzt auf ungewöhnliche Werbemaßnahmen, um die Marke bekannt zu machen.

Das franko-kanadische Gericht Poutine besteht aus Pommes, Käsebruch und Bratensoße. Die kanadische Fastfoodkette Smoke's Poutinerie bietet den Klassiker in 30 unterschiedlichen Versionen an und hat sich damit in ihrem Heimatland eine starke Fangemeinde erworben. Nun will sie auch den europäischen und arabischen Markt erobern.

Eines vorweg, figurfreundlich ist Poutine nicht. Eher das Gegenteil. Nicht umsonst lautet einer der Werbesprüche von Smoke's Poutinerie: "Clogging arteries since 2008". Die Grundkombination aus Pommes, Käsebruch und Bratensoße gibt es bei den Kanadiern, die 2008 ihren ersten Standort in Toronto eröffneten, mit verschiedenen zusätzlichen Toppings, von Bacon über Hähnchen bis hin zu vegetarischen Optionen. Eine Portion Poutine kostet zwischen acht und zehn kanadische Dollar (CAD).

Begleitet werden die Speisen von 80s-Glam-Rock-Musik und einem Innendesign, welches sich an den karierten Hemden kanadischer Holzfäller orientiert. Mit diesem Konzept traf Gründer Ryan Smolkin den Nerv junger Kanadier. Heute unterhält er alleine in seinem Heimatland ein Imperium von 157 Restaurants. Weitere sechs sind in den vergangenen Jahren in den USA entstanden.

Expansionspläne

Auch Europa und der Nahe Osten lassen sich für das kanadische Nationalgericht begeistern, ist sich Mark Cunningham, Global Chief Operational & Business Development Officer bei Smoke's Poutinerie, sicher. In Katar hat das Unternehmen gerade einen Franchise-Deal unterschrieben. Das erste Restaurant soll noch in diesem Jahr eröffnet werden. Für den europäischen Markt sucht die Marke aktuell nach Franchisenehmern. "Wir sind interessiert daran mit Multi-Unit-Franchisenehmern zusammenzuarbeiten, die zwischen drei und 15 Standorte führen wollen", erklärt Cunningham. "Dabei ist es uns nicht wichtig, dass diese bereits Restauranterfahrung haben. Hauptsache die Franchisenehmer können das Gefühl der Marke rüberbringen."

Über Smoke's Poutinerie
  • gegründet 2008 in Toronto
  • Gründer: Ryan Smolkin
  • Namensgeber: Die fiktive Gründungsfigur Smoke
  • aktuell 157 Standorte in Kanada, plus sechs in den USA
  • Insgesamt knapp 1.000 Angestellte
  • Umsatz pro Unit: 900.000 - 1 Mio. CAD
  • bis 2020 will das Unternehmen weltweit 1.300 Stores eröffnen, davon 800 in den USA

Poutine in Deutschland

Auf dem deutschen Markt sieht Mark Cunningham viel Potenzial für das Konzept von Smoke's Poutinerie. "Ich glaube, dass wir hier eine ähnlich hohe Anzahl von Stores erreichen könnten wie in Kanada", schätzt er. "Gerade in den großen Städten, wie Frankfurt, Düsseldorf, München und Berlin, ist der Kontakt zu Interessenten bereits vorhanden."

Eine Stärke der Marke ist ihre Anpassungsfähigkeit an regionale Essgewohnheiten. Im Nahen Osten strich das Unternehmen beispielsweise Schweinefleisch von der Karte und ersetzte es durch Lamm. "Für die Deutschen sollten wir wahrscheinlich eine Variante mit Schnitzel anbieten", schmunzelt Cunningham. Etwa 20 Prozent des Menüs können nach lokalen Vorlieben umgestaltet werden, die restlichen 80 Prozent sind in jedem Restaurant von Smoke's Poutinerie gleich.

Poutine in Europa

Neben Deutschland bereitet sich die Fastfoodkette in Europa auch auf den Markteinstieg in Frankreich, Spanien, Österreich, Großbritannien und mehreren osteuropäischen Ländern vor. Weltweit verfolgt das Unternehmen eine aggressive Expansionsstrategie, die Gründer Ryan Smolkin 2015 ausgerufen hat. Bis 2020 will die Marke 1.300 Restaurants eröffnen. Der Hauptfokus liegt dabei auf dem Nachbarland USA. Rund 150 Filialen sollen aber auch in Westeuropa, Australien und dem Nahen Osten entstehen.

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